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Nun sollen die Bürger entscheiden - Zentrales Thema bei der Bürgerversammlung in Widdersberg ist die Zukunft des Gemeindehauses

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 14. Februar 2018

Wie in jedem Jahr fand auch heuer die letzte der drei Bürgerversammlungen in Herrschings kleinstem Ortsteil, Widdersberg, statt. Dieses Mal jedoch sollte es eine „ganz besondere" Versammlung werden, wie Bürgermeister Christian Schiller gleich zu Beginn der Veranstaltung feststellte. Mann habe schließlich einiges vor. Der Grund: Neben der üblichen Präsentation des Bürgermeisters über alle wichtigen Ereignisse des vergangenen Jahres, sollte an diesem Abend auch ein weiterer Schritt in Richtung Einigung in der jahrelangen Debatte über Neubau oder Sanierung des alten Gemeindehauses gemacht werden. Nachdem von einer Übereinkunft mit den drei Vereinen, die das Gebäude derzeit nutzen, noch immer keine Rede sein kann, war in der letzten Ratssitzung angeregt worden, sich an diesem Abend unter Beteiligung der Bürger auszusprechen. Somit befanden sich unter den Gästen mit zwölf Gemeinderäten auch mehr Vertreter des Gremiums, als jemals zuvor bei einer Bürgerversammlung.

Schon seit beinahe vier Jahren wird nun schon über eine Sanierung des Gemeindehauses debattiert. Der ursprüngliche Beschluss, das Gebäude abzureißen und neu zu errichten, war auf Grund der knappen Haushaltskasse nur ein knappes Jahr später zurückgezogen worden und durch eine Sanierungsvorhaben des Bestandsgebäudes ersetzt, wie Schiller an den Anwesenden erklärt. Auf viel Gegenliebe war der Beschluss bei den Widdersbergern sowieso nicht gestoßen, das war schon bei der letztjährigen Bürgerversammlung deutlich geworden. Aus Rücksicht auf die Nutzer des Gebäudes, wurden die Anliegen, die diese bei einer gemeinsamen Ortsbegehung im vergangenen Jahr geäußert hatten, in den Plan mit aufgenommen. Unter anderem hatte man sich auf den Anbau einer überdachten Terrasse geeinigt, die als Erweiterung zum zu kleinen Saal dienen sollte. Doch dann erreichte die Räte ein weiteres Schreiben, das auf Grund der vorangegangenen Übereinkunft auf wenig Verständnis stieß: Gefordert wurde nun ein fester Anbau, ein Wintergarten etwa. Ein solcher ist jedoch genehmigungspflichtig und auf Grund brandschutztechnischer Bedenken nicht realisierbar, wie Bauamtsleiter Guido Finster auch an diesem Abend erneut betonte.

 

Das Thema dominierte wenig überraschend die Bürgerversammlung. Schnell wurde deutlich, dass auch unter den anwesenden Widdersbergern beim Thema Gemeindehaus wenig Einigkeit herrscht. Während viele der Anwesenden argumentierten, das alte Gebäude solle in jedem Fall erhalten bleiben, meinte etwa Herbert Strobl, der zweite Vorsitzende des Brauchtumsvereins, das Haus müsse alleine schon mit Hinblick auf den Energieverbrauch ersetzt werden. Andere wiederum stellten in Frage, ob überhaupt Geld investiert werden sollte, und es nicht an anderer Stelle besser eingesetzt werden könne, zumal die Vereine bereits die Möglichkeit haben, auf Kosten der Gemeinde bei größeren Veranstaltungen auf den Ignazhof auszuweichen.

Bild BV Widdersberg

Nicht nur Widdersberger erschienen zahlreich zur Bürgerversammlung. Auch zwölf Gemeinderäte waren gekommen, um die Zukunft des Gemeindehauses zu diskutieren.

 

Eigentlich war vorgesehen, dass die Vertreter der Interessengemeinschaft der derzeitigen Nutzer in der kommenden Gemeinderatssitzung am Montag, 19. Februar nochmals ihre Anliegen vortragen. Doch auch die Frage, woher diese die Legitimität hätten, für alle rund 450 Widdersberger zu sprechen, wurde aufgeworfen. Um im Nachhinein Vorwürfen entgegenzuwirken, man hätte die falschen nach ihrer Meinung gefragt, regte Bürgermeister Schiller darauf hin an, alle Widdersberger in einer schriftlichen Befragung um ihre Meinung zu bitten. Dann könne man ja sehen, wie viele Zuschriften man tatsächlich bekomme, und ob die Mehrheit eher dafür sei, den bisherigen Plan einer minimalen Sanierung weiter zu verfolgen oder aber erneut einen Neubau anzugehen, genug Geld sollte dafür inzwischen jedenfalls vorhanden sein, so Schiller. Wolfgang Werner, der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises Backhäusl, der an diesem Abend gekommen war, um für die Interessengemeinschaft zu sprechen, begrüßte die Idee, regte jedoch an vor der Abstimmung ins Gemeindehaus zu laden, damit sich alle umfassend über das Thema informieren könnten. Nun muss dem Vorhaben nur noch der Gemeinderat zustimmen.

 

Ein erstes, wenn auch nicht unbedingt repräsentatives Stimmungsbild gibt es bereits. Denn schon bei der Bürgerversammlung bat Schiller die Gäste, ihre Meinung in einer unverbindlichen Abstimmung kund zu tun. Das Ergebnis ist deutlich: Während eine hauchdünne Mehrheit der Befragten es gänzlich ablehnte, den Saal in irgendeiner Form auszubauen, sprachen sich immerhin zwei Drittel der anwesenden Widdersberger klar gegen einen Neubau aus. Nun bleibt abzuwarten, ob dieser Wunsch auch tatsächlich dem der Mehrheit entspricht.

 

Für Sie berichtete Marcella Rau

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