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Zukunft lebt, wenn Leidenschaft bewegt: Große Abschlussfeier für die Teilnehmer des 124. Grundkurses im Haus der Bayrischen Landwirtschaft

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 20. März 2018

Man kann sich kaum eine schlagkräftigere Eröffnung einer solchen Feier vorstellen: auf vier Schlagzeugen wirbelte das Index 4 Percussion Quartett so virtuos mit ihren Sticks, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt alle präsent waren. „So etwas hätten wir in der Früh öfters mal gebraucht", grinste Gunther Strobl bei seiner Begrüßung – denn zuweilen reichten wohl die 71 Tage des Grundkurses nicht aus für die Flut an Informationen und den notwendigen Austausch danach – da musste auch so manche Nacht dran glauben. Für die Teilnehmer ging mit dieser Abschlussfeier eine intensive Zeit vorbei, die jeden Einzelnen hat wachsen lassen in seinen Ideen, Plänen, Wissensschatz und Motivation. Und die ein Team hat entstehen lassen, das hier sichtlich schweren Herzens auseinanderging und das auch für die Zukunft eine wertvolle Stütze sein kann.

„Danke, dass Sie ihrem Nachwuchs diesen Grundkurs ermöglicht haben" sprach der Leiter im Haus der Bayrischen Landwirtschaft, Gunther Strobl, die zahlreich gekommenen Eltern der Grundkursteilnehmer an. Für sie bedeutete die Abwesenheit ihrer Kinder viel zusätzliche Arbeit auf den heimischen Höfen und für die angehenden Jungbauern 71 Tage geballte Wissensvermittlung in Bereichen, mit denen sie im Vorfeld vielleicht noch wenig in Berührung kamen. Kommunikationstraining, Aktionen zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketingstrategien, Seminare über Partnerschaft und Familie, Gespräche mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, Studienfahrten u.a.m.: eine dichte Zeit mit großer Bandbreite, die viele Impulse gesetzt hat: „Und doch geht es erst jetzt richtig los" betonte Walter Heidl, der Präsident des Bayrischen Bauernverbandes. Er gratulierte den Teilnehmern für ihre Teilnahme, und munterte sie dazu auf, das erworbene Wissen nach außen zu tragen. „Bringen Sie sich engagiert ein und erklären sie die Landwirtschaft, wie sie ist. Durchaus kritisch, aber so, dass wir alle gemeinsam nach vorne kommen."

Grundkurs 1

 

Ein sehr engagierter Grundkurs feierte hier gemeinsam mit den Eltern, Vertretern der Politik, ehemaligen Teilnehmern u.a. Gästen eine großartige Abschlussfeier in der Schule der Bayrischen Landwirtschaft

Und was sie alles in diesen 3 Monaten seit Anfang Januar erlebt hatten, davon erzählten die Teilnehmer dann selber in Form von Theaterstücken, einem Grundkurs-Lied, Filmen und Fotos ihrer Aktionen. Aus Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen waren sie hier zusammengekommen – und sogar aus Russland. Junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Beweggründen, die hier einen gemeinsamen Nenner gefunden haben, der sie eng verbunden hat. „Zukunft lebt, wenn Leidenschaft bewegt" hatten sie als Motto des Grundkurses gewählt und ein Kursleiter sprach seine Mit-Teilnehmer am Ende noch einmal eindringlich an: „Die Zukunft ist begrenzt. Geht raus und packt es an. Es ist eure Zukunft und die verändert sich nur, wenn ihr selber etwas bewegt!"
Ein paar heimliche Tränen und rasender Applaus begleiteten diese Worte, bevor Simon Michel-Berger, der stellvertretende Chefredakteur vom Bayrischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt seine Worte an die Teilnehmer u.a. Gäste richtete. Ob es sich eigentlich noch lohne, in diesen politisch unsicheren Zeiten und unter dem Druck der öffentlichen Beschimpfungen Landwirt zu werden? Michel-Berger sprach offen über seinen Lebenslauf, der ihn nach dem Studium der Wirtschaftsgeschichte in viele – auch hohe Positionen – gebracht hatte. Als PR-Beauftragter in der Europäischen Kommission für Landwirtschaft in Brüssel über London, Berlin wieder in die Heimat. Wie das Gefühl der Unentbehrlichkeit von der Tatsache eingeholt wurde, dass jedermann ersetzlich ist - und das letztendlich die Lebenszeit das wertvollste Gut ist das man hat. „Sie gehören zur Elite der zukünftigen Landwirtschaft" sprach er die Kursteilnehmer an „aber vergessen Sie nie, dass Sie auch Menschen sind!" Die Bewahrung der neugewonnenen Freundschaften und die Motivation als Schatz mit nach Hause nehmen für Zeiten der Rückschläge und des Frustes. „Vergessen Sie nie die Freude an der Landwirtschaft" bat er eindringlich „denn einen Beruf mit mehr Zukunft gibt es nicht".

Grundkurs 3

Anhand von Filmen, Theaterstücken und einem selber getexteten „Grundkurs-Lied" erzählten die Teilnehmer von ihren vielen Eindrücken

Sie hatten Leidenschaft zum Motto des Grundkurses gewählt und leidenschaftlich gestaltete sich auch die Abschlussfeier dieses 124. Grundkurses. Unterbrochen von den mitreißenden Auftritten der Percussion-Gruppe verfehlten die eindringlichen Reden und Darbietungen nicht ihre Wirkung. Noch lange saßen Teilnehmer und Gäste, unter denen sich viele namhafte Vertreter aus Politik und Bauernverband befanden, im Anschluss an die Feier bei einem gemeinsamen Mittagessen zusammen. Spät machten sich dann die Teilnehmer wieder auf den Weg zu ihren heimischen Höfen um dort die neugewonnen Ideen in den Alltag einfließen zu lassen.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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