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Langes Ringen um ein kurzes Stück Weg - Jahrelang setzte sich der Verein „Ammersee Ostufer für Mensch und Natur“ für den barrierefreien Seezugang in Wartaweil ein. Nun endlich wurde er feierlich eingeweiht

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 25. April 2018

Es ging nur um wenige Quadratmeter am Ufer des Sees und darum, einen keinen Beitrag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zu leisten. Und doch hat es mehr als vier Jahre gedauert, bis der barrierefreie Seezugang auf dem Gelände des Schullandheims Wartaweil endlich eingeweiht werden konnte. Bei bestem Frühsommerwetter kamen aus diesem Anlass zahlreiche Unterstützer und Wegbegleiter des Projekts nach Wartaweil, um das Ende des langen Ringens gemeinsam mit Rainer Salz und Bettina Simmerl, Geschäftsführer und Leiterin des Schullandheims, gebührend zu feiern. Unter den Gästen waren neben dem Landsberger Landrat Thomas Eichinger, der als Antragsteller einen erheblichen Beitrag zur Realisierung des Projekts leistete, dem zweiten Bürgermeister Hans-Jürgen Böckelmann und dem Behindertenbeauftragten des Gemeinderates, Alfred Ploetz, auch die beiden Vorsitzenden, sowie weitere Vertreter des Vereins „Ammersee Ostufer für Mensch und Natur", der das Projekt initiiert hatte, und all die Jahre mit viel Einsatz dafür kämpfte, dass der barrierefreie Seezugang schließlich in die Realität umgesetzt wurde.

„Wenn Vorfreude die schönste Freude ist, dann sind wir so richtig auf unsere Kosten gekommen" scherzt Verena Reithmann, stellvertretende Leiterin des Vereins. Denn es ist ein langer Weg, der nun hinter ihnen liegt. Das Anliegen, auch Menschen mit körperlicher Behinderung noch mehr an der Natur teilhaben zu lassen, habe zwar bei allen Beteiligten sofort Anklang gefunden, bestätigt auch Eichinger, doch wenn es um Eingriffe am See geht, sei man immer besonders vorsichtig: „Der See ist quasi heilig, da fasst man nur mit spitzen Fingern hin", erklärt der Landrat. Hinzu kommt, dass der Zugang im Naturschutzgebiet liegt, was den Eingriff in den Bewuchs, auch wenn er noch so klein ist, natürlich besonders erschwert. Trotz allem Verständnis für das Anliegen von Verein und Begegnungsstätte meldete der Bund Naturschutz etwa erhebliche Bedenken daran an, ob der Eingriff in das geschützte Gebiet dadurch zu rechtfertigen sei, zumal man bezweifle, ob die angebotenen Ausgleichsmaßnahmen eine echte Entschädigung darstellten, wie Helene Falk, Geschäftsführerin der Kreisgruppe, erklärt. Ein Gutachten hatte zumindest bestätigt, dass durch den Seezugang keine geschützte Pflanzen unmittelbar zu Schaden kommen würden.

 

Seezugang Wartaweil Masterfoto

Nach mehr als fünf Jahren zahlt sich der Einsatz aus. Thomas Eichinger (Landrat Landsberg), Barbara Kirsch (Ammersee Ostufer für Mensch und Natur), Bettina Simmerl (Leitung des Schullandheims) und Rainer Salz (Geschäftsführer) durchtrennen das symbolische Band und weihen damit den barrierefreien Seezugang offiziell ein.

 

Ein weiterer Grund, den Seezugang abzulehnen, sahen die Behörden in der Möglichkeit, dadurch einen Präzedenzfall zu schaffen, der es schließlich auch anderen Seeanliegern ermöglichen könnte, Schneisen in den Bewuchs zu schlagen. Es musste also genau begründet werden, warum es sich um einen besonderen Fall handelte und der Seezugang im Interesse der Öffentlichkeit liege. Das Eichinger schließlich als Antragsteller gewonnen werden konnte, habe das Projekt erheblich erleichtert, erklärt Reithmann.

 

Besonders freut sich auch Barbara Kirsch, der schließlich auch die Ehre zukam, in einem symbolischen Akt das Band zu durchtrennen, und den Zugang damit offiziell zu eröffnen. Bereits seit 20 Jahren engagiert sich die Wartaweilerin für den Verein und seine Vorgängerorganisation. Die Begegnungsstätte liegt ihr dabei besonders am Herzen, schon vor vielen Jahren hatte sie sich für den Bau des Steges eingesetzt - auch das damals ein schwieriges Anliegen, wie sie sich erinnert. Dabei ist der Steg für Wartaweil heute das, was für ein Dorf der Kirchplatz ist, findet Reithmann. Jeder Spaziergänger, der hier vorbeikommt, würde kurz halt machen und den Ausblick auf den See genießen. Nur mit einem Blick muss sich nun niemand mehr begnügen. Der See ist ein Stück näher gerückt, für jeden, egal ob körperlicher eingeschränkt oder nicht.

 

Für Sie berichtete Marcella Rau.

 

Seezugang Wartaweil Bild 2

Ein großzügiger Weg, der von Bewuchs befreit und mit Kies aufgeschüttet wurde, erlaubt es nun auch Menschen mit Behinderung, direkt ans Wasser zu gelangen.

 

 

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