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Kunst und Musik im Café Blabla - Der Künstler Groxi verwandelte das alte Kino in eine Galerie und die Hochzeitskapelle in eine Open-Air Arena

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 06. Juli 2018

Wie lange wird es die Momo's im Blabla noch geben? Bald schließt der Raum für den Verein „Wir schaffen das", der hier mit seinem Café-Betrieb und den so beliebt gewordenen MoMo's einen ganz besonderen Treffpunkt geschaffen hat. Musik war schon lange ihr Ding an diesen Montagen und letztens kam auch eine Theatervorstellung für Kinder hinzu. Warum also nicht auch noch eine Kunstausstellung? Wo doch Groxi als Percussionist und Trommellehrer eh schon eine Art Stammgast hier ist. Und dessen Bilder und Skulpturen in dem dunklen Kino wirken, als hätte er sie nur für diesen Raum gemacht.

„Ich bin ein gnadenloser Autodidakt" sagt Groxi von sich. Seine Metiers: Bildhauerei, Malerei und die Musik. Es braucht viel Wissen, um diesen Richtungen als Beruf nachgehen zu können, das weiß der Künstler aus Gauting. Und so besuchte er Kunstakademien, aber blieb doch immer Beobachter. Studieren dort wollte er nicht, sondern viel lieber mit seiner Kunst neue Wege gehen, die nicht von anderen gelenkt werden. „Ich bin ein Dilettant" grinst er fröhlich. Seine Objekte formen sich während er sie malt oder mit der Kettensäge bearbeitet. Sie sollen keine Geschichten erzählen, sondern zur Eigeninterpretation anregen. Kein „Psychokrempel" soll da entstehen, sondern Kunst. Viele seiner Bilder sind sehr dunkel gehalten und häufig „entscheidet das letzte „Patscherl" Farbe darüber, ob es gut wird oder ich eine Fahrt zum Wertstoffhof unternehmen muss" sagt Groxi. „Aber meistens habe ich Glück und dieser letzte Farbklecks sitzt genau richtig."

Blabla Vernissage 1

Thomas Prosperi eröffnete die Kunstausstellung von Herrn Groxi, die derzeit im alten Kino von Herrsching zu sehen ist

Waren es früher hauptsächlich Skulpturen, die er aus Holz mit seiner Kettensäge herausschälte, hat er sich mittlerweile mehr der Malerei zugewandt „die mehr Effekte zulässt". Doch auch diese Bilder bleiben irgendwo Skulpturen, sägt er doch die Rahmen passend dazu und lässt sie mit dem Bild verschmelzen. Und die Motive? Schneegerin lautet z.B. der Titel der Einladungskarte. Eine Afrikanerin im Schnee, die mit vielen „Negerattributen" wie Bananenröckchen und großen Lippen gemalt ist. Eine Afrikanerin in Deutschland also.

Blabla Vernissage 2

„Die Schneegerin" lautet der Arbeitstitel zu diesem Bild, das auch auf den Einladungskarten zu sehen war – und dessen Thematik den Künstler zur Zeit sehr beschäftigt

Aber auch „Fast Scheisse" heißt ein Titel aus diesem Jahr. Fast zu viel Farbe habe er hier verwendet, wo man doch eigentlich nur die schöne Malerei sehen wolle. Fast Scheisse eben – aber nur fast.

Und als Musiker? Da geht er ganz ähnliche Wege. Er liebt die Improvisation und folgt doch auch bestimmten Regeln. Ein falscher Ton wird nicht überspielt, sondern gibt die neue Richtung des Stückes an. Neue Wege gehen eben – sowohl in der Kunst, wie auch in der Musik.

Blabla Vernissage 3

Ein eher ungewöhnlicher Ort für ein Konzert, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch: die Hochzeitskapelle spielte spontan vor statt in dem alten Kino

Und Musik gab es dann im Anschluss an diese Vernissage noch reichlich zu hören. Die Hochzeitskapelle hatte ihr Kommen angesagt und wie gut ihre Musik hier angenommen wird, zeigte sich an den Besucherzahlen im Kino. Wobei die Musiker dann spontan beschlossen, den lauen Sommerabend zu nutzen und ihr Konzert nach draußen zu verlegen. Und so erlebten viele Gäste und manch verdutzter Autofahrer, der zufällig des Weges kam, einen musikalischen Abend der besonderen Art. Mit Tuba, Trompete, Schlagwerk, Banjo & Co sorgten sie für Stimmung auf dem kleinen Vorplatz. Kinder griffen spontan zu bereitliegenden Klanginstrumenten und winzige Freiflächen wurden als Tanzfläche genutzt.
Und wenn sich nicht bald eine neue Heimat für den Verein auftut, vielleicht bald zum letzten Mal. Aber mindestens ein Konzert ist noch geplant, auf das man sich schon mal freuen kann: am 6. August wird das Duo Klangzeit hier aufspielen.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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