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50 Jahre Realitätsnahe Bildung in Herrsching: Die Realschule feiert ihr rundes Jubiläum

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 18. Juli 2018

Es begann 1968 in einem kleinen Haus in der Luitpoldstraße, wo heute die Indienhilfe ihr Zuhause hat: die ersten drei Klassen der Realschule in Herrsching nahmen unter ihrem Direktor Emil Frieß den Betrieb auf. Schon sehr bald wuchsen die Schülerzahlen an und der Unterricht wurde in Schichten abgehalten. Ein neues Gebäude musste her und Anfang der 70er Jahre feierte man schließlich das Richtfest für die neue Schule in der Jahnstraße. Heute werden hier fast 1000 Schüler in 35 Klassen unterrichtet, Tendenz steigend. Viele Auszeichnungen für schulisches und außerschulisches Engagement schmücken den Lebenslauf, Großereignisse, die durch gemeinsames Anpacken auf die Beine gestellt wurden – ja und letztlich natürlich auch ein ganz normales Schulleben, das „vor wachsenden Herausforderungen steht" wie die Schulleiterin Rita Menzel-Stuck bei ihrer Begrüßung betonte. Themen wie Inklusion, Ganztagesangebote, veränderte Familienstrukturen und die Digitalisierung müssen von den Lehrkräften bewältigt werden.

Lebhaftes Gemurmel und Gelächter kam auf, als im gutbesetzten Atrium der Realschule alte Klassenfotos und Bilder von Lehrern an die Wand projiziert wurden. Mode und die Frisuren haben sich mit den Jahren doch etwas verändert und bei vielen der anwesenden Ehrengäste und Mitgliedern der Schulfamilie kommen Erinnerungen an diese Zeiten hervor. Länger als die Hälfte ihres Lebens ist auch schon die Direktorin Rita Menzel-Stuck an dieser Schule. 1981 begann sie hier als Lehrkraft für Englisch und Geschichte, wurde dann Konrektorin und seit 2012 schließlich Schulleiterin. Ganz herzlich dankte sie an dieser Stelle ihrem Stellvertreter, der erweiterten Schulleitung, dem ganzen Kollegium und anderen Mitarbeitern für das gute Miteinander und ihr Engagement.

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Eine Schultasche für die Schulleiterin: Der langjährige Elternbeiratsvorsitzende Hans Geissler überreichte Rita Menzel-Stuck einen Ranzen, der einst durch die Schülerfirma konzipiert wurde

„Geistig so beweglich wie eh und je" sei diese Realschule, der man immer anmerken würde, mit wie viel Herzblut hier gearbeitet würde, charakterisierte Landrat Karl Roth die Besonderheit dieser Schule. Gemeinsam mit Bürgermeister Christian Schiller und dem Vorsitzenden des Zweckverbandes und Bürgermeister von Gilching, Manfred Walter hatte er auf der „Roten Couch" Platz genommen um Konrektor Christian Schmitz Rede und Antwort zu stehen. Gemeinsam ist allen Dreien, dass sie eigene Kinder hier -bzw. im Fall der beiden Bürgermeister sogar selber die Schulbank gedrückt hatten. Christian Schiller erinnert sich sehr gerne an die Zeit hier zurück, in der er als Klassen- und Schülersprecher für die spätere Laufbahn geübt hatte. Für Karl Roth und Manfred Walter dagegen gehören die Abschlussfeier bzw. der alltägliche Schlussgong
zu den schönsten Erinnerungen. „Und als Zweckverbandsvorsitzender begleitet eine nichtgebaute Turnhalle zur Zeit beständig meine Gedanken zur Realschule Herrsching" fügte Manfred Walter hinzu. Eine Halle aber, die sich laut dem Landrat „auf der Zielgeraden befindet".

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Drei Männer auf der Roten Couch: Christian Schiller, Manfred Walter und Karl Roth sprachen gegenüber Konrektor Christian Schmitz gutgelaunt über ihre Erfahrungen mit der Realschule Herrsching

Sehr positive Worte für die Herrschinger Einrichtung fand auch der Ministerialbeauftragte für Realschulen Ernst Fischer. Die Erlangung sozialer Kompetenz und guter Leistung würde sich in den Ergebnissen und Auszeichnungen widerspiegeln. Er dankte den Lehren, die es schaffen würden, immer wieder die Motivation dafür an die Schüler weiterzugeben – und das auch in einem Alter, wo viele Schüler nicht wirklich empfänglich dafür sind. Ernst Fischer ging kurz auf die Geschichte der Realschule ein, die gegründet wurde, um Schülern realitätsnahe Bildung zu gewährleisten. Eine Antwort auf die humanistische Bildung der „oberen Schichten" und auf die zunehmenden Herausforderungen der Gesellschaft durch die Industrialisierung und neuen Technologien. Er hoffe weiterhin auf die Beibehaltung verschiedener Schultypen, um die Kinder nicht in einen „Einheitsbrei" stecken zu müssen. „Die Realschule ist eine Aufstiegsschule, in der jeder mit einigermaßen Hirnschmalz und Energie etwas werden kann, auch wenn er nicht mit dem goldenen Löffel in der Hand geboren wurde. Und die Realschule Herrsching steht für alles, für das eine Realschule stehen soll."

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Zur Eröffnung des Schulfestes schnitten Landrat Karl Roth, die Schulleiterin Rita Menzel-Stuck und Schülersprecherin Laura Mani die Geburtstagstorte aus den Händen von Konditormeister Daniel Stahl an

Und das die Realschule Herrsching auch kräftig feiern kann, bewies sie im Anschluss an den offiziellen Festakt sehr deutlich. Kulinarische Köstlichkeiten in breiter Auswahl, sehr viele Gäste und Musik, die für Stimmung sorgte. Den Auftakt hatte hier die Bürgermeisterband Dr. SchiWaGu gemacht, die mit ihren alten Klassikern fast einen kleinen Querschnitt durch die vergangenen 50 Jahre boten. Aber auch der ehemalige Musiklehrer Florian Friedl war mit seiner Band „The Old School" gekommen und heizte kräftig ein – wie auch der nun fast ehemalige Schüler Jakob Mühleisen, der in Kürze sein Abschlusszeugnis empfangen wird. Ein Fest, das lange in Erinnerung bleiben wird.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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