lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo haarer-echo mooskurier

Das Haus der Bayrischen Landwirtschaft feierte seinen 70. Geburtstag - Viele Gäste, eine Standortbestimmung und eine spannende Zeitreise gehörten zum Festprogramm

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 24. Oktober 2018

70 Jahre sind eine lange Zeit. Vor 70 Jahren war der 2.Weltkrieg gerade mal drei Jahre vorbei und viele Menschen hatten wohl andere Sachen, als eine Weiterbildung im Kopf. Deutschland lag danieder – und mit ihm auch die Landwirtschaft, die nicht mehr in der Lage war, das Land zu ernähren. Und doch entstand gerade zu jener Zeit die Bauern- und Bäuerinnenschule, das heutige Haus der Bayrischen Landwirtschaft. Den Horizont erweitern, Kompetenzen stärken und sich für die Landwirtschaft einsetzen, in allen seinen Facetten. Dies war damals die Aufgabe der Schule und so wird sie auch heute noch verstanden. Konfrontiert mit ganz anderen Herausforderungen wie damals – aber wohl so aktuell wie eh und je.

Sie bieten die Grundkurse an, in denen Jungbauern – mittlerweile zum 125. Mal! – ihr Allgemeinwissen vertiefen, ihre soziale Kompetenz erweitern und Hilfestellung in ihrer Orientierung finden. Es gibt Workshops rund um das Thema Landwirtschaft in seinen so verschiedenen Ausprägungen. Kurse, die einen organisatorisch, rhetorisch oder in Sachen digitaler Kompetenz stärken. Internationale Seminare bei dem das voneinander Lernen groß geschrieben wird. Und es gibt nicht zuletzt ganz viel Miteinander in all diesen Kursen und Seminaren, das lange über die gemeinsame Zeit hinausträgt. „Ich wünsche mir, dass noch ganz viele Menschen die Chance erhalten, an dem Grundkurs teilnehmen zu können" hofft z.B. die frisch gewählte Hopfenkönigin und Grundkursabsolventin Katharina Maier. Den Mut, sich der Kandidatur für das Amt der Hopfenkönigin zu stellen, hätte sie erst hier bekommen. Doch neben der eigenen Stärke, wäre vor allem die Betonung auf das Wir-Gefühl aller Landwirte für sie so wichtig gewesen: „Wir Landwirte müssen an einem Strang ziehen!"

HDBL Jubilaeum 6

Viele Gäste waren der Einladung zum 70. Geburtstag des Hauses der Bayrischen Landwirtschaft gefolgt

Welchen Ruf sich das Haus der Bayrischen Landwirtschaft erarbeitet hat, war auch an der Liste der Ehrengäste anlässlich der großen Jubiläumsfeier abzulesen. Vertreter aus Politik, des Bauerverbands, der Kirche waren der Einladung gefolgt, wie auch viele Absolventen vergangener Grundkurse. Der Präsident des Bayrischen Bauernverbands, Walter Heidl sprach die Begrüßungsrede und beglückwünschte die Einrichtung zu ihrer Arbeit. „Stolz und glücklich" sei er über diesen Platz, in dem eine so wichtige und umfassende Vermittlung von Werten stattfände. Hier würden die Teilnehmer nicht nur mit dem Gefühl „da hamma was gelernt" nach Hause zurückkehren, sondern auch etwas von dem viel beschworenen „Geist vom Ammersee" mitnehmen.

HDBL Jubilaeum 1

Die rote Couch war ein wenig zu klein und zu tief für das Gespräch zwischen Werner Lucha und Dr. Michael Karrer aus dem Bayrischen Staatsministerium, Direktor Gunther Strobl, Landesbäuerin Anneliese Goller, Ehrenpräsident Gerd Sonnleitner und Hopfenkönigin Katharina Maier

Viele Gedanken über die Ausgestaltung dieser Feier hätten sie sich im Vorfeld gemacht, schmunzelte Direktor Gunther Strobl. Die Gäste empfangen und ihre Verpflegung zu sichern war das eine. Eine rote Couch, die symbolisch für ein Gespräch stand mit Landesbäuerin Anneliese Göller, Dr. Michael Karrer und Werner Lucha vom Bayrischen Staatsministerium, Ehrenpräsident Gerd Sonnleitner und Grundschul-Absolventin Katharina Maier, das andere. Ein Gespräch, in dem es um die Wirkung des Hauses ging. Um seine Wertevermittlung und das Setzen positiver Impulse für die Zukunft. Und auch um die zunehmende Politisierung des Berufsfeldes, in der es so wichtig wäre, der Jugend den Blick zu weiten und ihnen statt Ideologien die ganze Bandbreite darzulegen.

HDBL Jubilaeum 5

Zu einer Zeitreise durch 7 Jahrzehnte Haus der Bayrischen Landwirtschaft und das Leben darum herum luden die liebevoll dekorierten Räume im Haus ein

Ganz viel Anklang aber fand im Anschluss an das Gespräch noch eine Zeitreise, die von den Mitarbeitern im HdBL vorbereitet worden war. Eine Zeitreise durch sieben Jahrzehnte Landwirtschaft, präsentiert in sieben Zimmern des Gebäudes. Alte Gerätschaften waren dort zu sehen, Bilder zeugten von dem politischen Geschehen zur betreffenden Zeit. Das Aufkommen des Rock'n Roll stand für ein neues Lebensgefühl – und lief als Begleitmusik zur passenden Periode. „Atemlos" von Helene Fischer dagegen begleitete den Eintritt in die jüngste Dekade der Ausstellung. Exemplare des Bayrischen Wochenblattes gaben Auskunft über Probleme und Perspektiven und Eintragungen in die Tagebücher der Grundkurse spiegelten viel von dem Geist der Zeit wieder. Liebevoll dekorierte Kücheneinrichtungen vervollständigten diese Zeitreise – für die „viel Zeit und Sucherei" verwendet wurde, grinst Gunther Strobl. Zahlreiche Ausstellungsstücke sind Leihgaben umliegender Höfe und auch das hauseigene Archiv wurde natürlich ausgiebig konsultiert.
Und so gab dieser Jubiläumsnachmittag einen sehr lebendigen Einblick in das Wirken des Hauses, in die Geschichte der Landwirtschaft und ein bisschen auch in den häufig erwähnten „Geist vom Ammersee", der für die Teilnehmer der Kurse ein wichtiger Bestandteil der Einrichtung geworden ist.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok