lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo haarer-echo mooskurier

Das Verkehrskonzept aus mehreren Perspektiven beleuchtet: Der Seniorenbeirat lud zur Podiumsdiskussion mit ADFC, dem Arbeitskreis Mobilitätswende und Gemeinderat

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 20. November 2018

Wie können in Herrsching alle Verkehrsteilnehmer zu einem gut funktionierendem und einvernehmlichen Miteinander finden? Sind die bereits eingesetzten Mittel wie Fahrradschutzstreifen, Querungshilfen für Fußgänger und Ausweitung der Tempo 30-Zonen sinnvoll? Und lassen es die örtlichen Gegebenheiten überhaupt zu, die vielen Wünsche der Bürger in die Praxis umzusetzen? In der Podiumsdiskussion nahmen der Leiter des Arbeitskreis Mobilitätswende, Thomas Dalibor, der Vorsitzende des ADFC, Thomas Allner-Kiehling, der Gemeinderat Wolfgang Schneider und Burkhard Siewert vom Seniorenbeirat zu diesem Thema Stellung.

Welches Leitbild bzw. welche Vorstellungen führten eigentlich zu der Entwicklung des Verkehrskonzeptes, wie ihn der Gemeinderat verabschiedet hat und wie es aktuell Stück für Stück in Herrsching umgesetzt wird? Thomas Dalibor ging in seiner einleitenden Präsentation auf das Leitbild für eine zukunftsfähige Mobilität in Herrsching ein, das dieser Entwicklung als Grundlage diente. Ein Beitrag zum Umweltschutz war darin ebenso verankert, wie eine bessere Verkehrssicherheit, gute Vernetzung der Gemeindeteile, das Fördern umweltfreundlicher Mobilitätsformen oder auch die Steigerung der Attraktivität. Aus all diesen Forderungen und Wünschen hat der Gemeinderat eine Selbstverpflichtung abgeleitet, deren Ziel in dem Verkehrskonzept aufgegriffen wurde. Ein besonderes Augenmerk dieser Verpflichtung lag im Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, also der Fußgänger und Radfahrer. Und dies sei auch das wichtigste Anliegen des Arbeitskreises für Mobilität gewesen: eine gerechte Aufteilung des Verkehrsraumes unter allen Verkehrsteilnehmern. Ein Ziel, das aktuell noch lange nicht erreicht sei, wenn man z.B. das Platzangebot für Autos/LKW's mit dem für alle schwächeren Teilnehmer vergleiche. Darüberhinaus liegt ihre Betonung auf Alternativen zum Auto und dies wiederum lasse sich nur durch eine Wende im Kopf jedes Einzelnen schaffen.

Senioren Verkehrskonzept 1

Burkhard Siewert vom Seniorenbeirat, der Ortsgruppensprecher des ADFC, Thomas Allner-Kiehling, Wolfgang Schneider als Vertreter für den Gemeinderat und Thomas Dalibor vom Arbeitskreis Mobilitätswende stellten ihre Position zum Verkehrskonzept dar und erläuterten weitere Vorschläge zur Ausgestaltung

Wolfgang Schneider verwies in seiner Darstellung auf Statistiken, die eindrücklich das steigende Verkehrsaufkommen und die aufgrund des Bevölkerungswachstums kleiner werdende Fläche pro Einwohner aufzeigten. Daten, die den Handlungsbedarf in der Gemeinde notwendig gemacht hatten und auf den man letztendlich mit dem Verkehrskonzept reagiert hätte. Gleichwohl gäbe es die örtlichen Bedingungen und die Straßenverkehrsordnung als limitierende Faktoren „und immer, wenn etwas passiert, müssen sich Menschen umstellen und liebgewonnene Gewohnheiten ablegen". Sprich, neue Geschwindigkeits- und Vorfahrtsregelungen oder Hindernisse wie die Tröge verlangen eine Umstellung. Sein Apell letztlich im Rahmen der Diskussion: ein defensiver Fahrstil, der von gegenseitiger Rücksichtnahme und mehr Gelassenheit geprägt ist.
Als letzter Redner vertrat Thomas Allner-Kiehling die Position des ADFC, der mit 170.000 Mitgliedern ein wichtiger Zusammenschluss deutscher Radfahrer ist. In Herrsching wäre der ADFC leider zu spät gegründet worden, um am Verkehrskonzept mitzuwirken. Er äußerte deutliche Kritik an Landratsamt, staatlichen Bauamt in Weilheim, Gemeinderat und Polizei in Herrsching für ihren fehlenden Einsatz bezüglich einer Verbesserung der Situation für die Radler. Es fehle eine geordnete Führung der Wege für Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger und die Situation allgemein sei – abgesehen von den Radständern am Bahnhof – sehr unbefriedigend.

In der folgenden Diskussion wurde deutlich, dass die Situation, so wie sie jetzt ist, für viele Bürger noch unbefriedigend erscheint. An die örtlichen Möglichkeiten angepasste Kompromisslösungen wie Fahrradschutzstreifen sind einem richtigen Radweg natürlich nicht ebenbürtig und Pflanztröge werden nie den Charakter eingepflanzter Verkehrselemente haben. Die ebenfalls gewünschte einheitliche Verkehrs- und Parkführung wird noch dauern und an manchen Straßen nie möglich sein. Nachbesserungen der aktuellen Situation sind in Planung und weitere Umsetzungen des Verkehrskonzepts werden folgen. Und wie auch auf der Bürgerversammlung wurde an diesem Nachmittag deutlich, dass die Beurteilung und Akzeptanz der durchgeführten Maßnahmen kaum unterschiedlicher sein könnte.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok