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Ein besonderer Festakt zum 60-jährigen Jubiläum: Die Kolpingfamilie Herrsching gibt einen Empfang für die Auszubildenden der Herrschinger Handwerksbetriebe

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 10. Dezember 2018

„Wir möchten mit dieser Veranstaltung zum Ausdruck bringen, wie toll wir es finden, dass ihr euch gegen den Mainstream entschieden habt und einen Handwerksberuf lernt!" Pfarrer Simon Rapp grinste in die große Runde, die sich im Haus der Bayrischen Landwirtschaft eingefunden hat. Auszubildende und Ausbilder von Herrschinger Handwerksbetrieben waren der Einladung der Kolpingfamilie gefolgt, um an diesem Festakt zum 60-jährigem Jubiläum der Herrschinger Ortsgruppe teilzunehmen. Viele dieser Betriebe eint, dass sie keine oder nicht genug Lehrlinge finden. Und so lautete denn auch das Motto dieses Festaktes: „Handwerk im 21. Jahrhundert. Wo drückt der Schuh?"

Vor 150 Jahren ist Adolph Kolping, der Gründer der Kolpingwerke gestorben. Er hatte Schuhmacher gelernt, sich aber dann für das Priesteramt entschieden. Trotzdem behielt er seine Zeit als Lehrling immer in Erinnerung und nahm es sich zur Aufgabe, für die Belange der jungen Handwerker einzutreten. In seiner Zeit kamen viele dieser jungen Menschen vom Land in die Stadt und hatten hier weder Unterkunft noch Bekannte. Kolping gründete daher Gesellenhäuser, um ihnen hier beides anbieten zu können.

Kolping Empfang 1

Viele Herrschinger Handwerksbetriebe freuen sich über das Engagement der Kolpingfamilie und waren ihrer Einladung zur Jubiläumsfeier gerne gefolgt

Einige der Probleme von vor 150 Jahren – wie z.B. fehlender Wohnraum - mögen gleich geblieben sein, andere haben sich grundlegend gewandelt. Probleme jedoch gibt es nach wie vor und deshalb will die Kolpingfamilie Herrsching an den Gedanken ihres Gründers anknüpfen und für die jungen Handwerker da sein.
Geboren wurde der Gedanken, als man über die Ausgestaltung des Festaktes zum Jubiläum nachdachte. Simon Rapp, der Präses von Kolping Herrsching hatte letztendlich die Idee zu diesem Empfang, bei dem er ausdrücklich junge Handwerker für ihren eingeschlagenen Weg würdigen wollte. Und in Konrad Rauscher fand er einen energischen Umsetzer. Dieser besuchte alle Betriebe, redete mit den Auszubildenden und Ausbildern – und konnte 15 von den 23 in Herrsching ansässigen Betrieben für dieses Projekt gewinnen. „In einem 2. Projekt wollen wir dann aktiv auf die Schulen zugehen um die jungen Leute dort anzusprechen und ihnen die Möglichkeiten im Handwerk aufzeigen" meint Konrad Rauscher. „Aber dafür brauchen wir die Hilfe der ansässigen Betriebe!"
An diesem Abend jedoch ging es den Vertretern der Kolpingfamilie in erster Linie darum, den Auszubildenden und Ausbildern ihre Wertschätzung auszusprechen und Kontakte zu knüpfen . Bei einem guten Buffet gab ausreichend Zeit für Gespräche, bevor dann noch Simon Rapp mit zwei Lehrlingen ein Gespräch auf der roten Couch begann. Sixtus Kraft, der eine Schreiner-Lehre absolviert und der angehende Friseur Ben Smethurst sprachen mit dem Pfarrer über ihre Ausbildung. Über Probleme, die auf einen zukommen, Erfolgserlebnisse und alles, was einen sonst noch in dieser Zeit beschäftigt. Im Anschluss daran haben sie dann auf ihr 2. Projekt übergeleitet und gemeinsam überlegt, was man aktiv machen kann um zu helfen. „Vielleicht wäre z.B. eine Art Tutorenprogramm eine wirksame Hilfe" überlegt Sixtus Kraft, der im Übrigen sehr zufrieden in seiner Ausbildung ist. Aktuelle Problem aufnehmen, in Kontakt miteinander treten, füreinander da sein und eben die Jugendlichen schon vor Ende der Schulzeit den Handwerksberuf vorstellen: dies alles sind Pläne, mit denen die Kolpingfamilie Herrsching in Zukunft wieder mehr an die Idee ihres Gründervaters anknüpfen will. Viele Herrschinger Betriebe würden sich auf jeden Fall freuen, wenn es ihnen gelingt, mehr junge Leute für ihren Beruf zu begeistern.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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