lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo haarer-echo mooskurier

Große Freude auf der Bürgerversammlung in Breitbrunn: Der Radweg entlang der Staatsstraße nach Herrsching kommt!

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 22. Februar 2019

Es gab viele Themen auf der Bürgerversammlung in Breitbrunn, doch die Ansage von Bürgermeister Christian Schiller zum „Ja" des Straßenbauamts in Weilheim zum langersehnten Radweg bekam eindeutig den größten Applaus. So oft beantragt, geprüft und doch wieder abgelehnt, kommt er jetzt anscheinend wirklich. Nur ein wenig Geduld müsse man wohl noch mitbringen, dämpfte Christian Schiller vorschnelle Erwartungen.
Und sonst? Ein bunter und humorvoll vorgetragener Querschnitt durch die Ereignisse der Gemeinde Herrsching und seiner Ortsteile, denen es gar nicht mal so richtig schlecht geht. Bis auf das große Problem für Normalverdiener, hier in der Gegend noch bezahlbaren Wohnraum zu finden. Und vielleicht noch ein anstehendes Bürgerbegehren, dessen Lösung aber schon näher gerückt war, als in der Bürgerversammlung der Vorwoche.

Zum ersten Mal fand die Bürgerversammlung nicht im Dominikus-Ringeisen-Werk statt sondern im Bürgersaal. „Wenn wir ihn schon haben" war die Aussage gewesen – und es passten auch genau die ca. 100 Bürger hinein, die zu dieser Veranstaltung gekommen waren. Einer kompakten Zusammenfassung der Geschehnisse in Herrsching folgte ein detaillierteres Eingehen auf Entwicklung und Projekte in Breitbrunn. So wurde der Ort mittlerweile an das Erdgasnetz angeschlossen. Für den Bürgermeister eine wichtige Maßnahme der Infrastruktur, die den Anwohnern jetzt eine Wahl der Energieträger ermöglicht.
Darüberhinaus ist die Verwaltung eine „Hausaufgabe" angegangen, die ihnen auf der außerordentlichen Bürgerversammlung zum Verkehrskonzept mitgegeben wurde: die bessere Beleuchtung des Bereichs an der Bushaltestelle Bucher Weg. Im Kinderhaus wurden die Bäder renoviert und kinderfreundlicher gestaltet und die gemeindliche Liegenschaft in der Schulstraße 2, wo u.a. die Gemeindebücherei untergebracht ist, energetisch saniert.

BV Breitbrunn 2019 4

Zahlreiche Gemeinderäte und Anwohner Breitbrunns waren wieder der Einladung zur Bürgerversammlung gefolgt, die in diesem Jahr zum 1. Mal im Bürgersaal stattfand

Der Wunsch, auf der Klosterwiese bezahlbaren Wohnraum zu schaffen verzögert sich weiterhin, da noch viele Verfahren anhängig sind, die nach und nach abgearbeitet werden müssen. Der Widerstand gegen dieses Projekt seitens der Anwohner sei nach wie vor sehr vehement meinte der Bürgermeister und dankte an dieser Stelle dem Kloster, ihr großzügiges Angebot aufrecht zu halten. In Herrsching befasst sich der Gemeinderat aktuell mit der Möglichkeit, auf einem gemeindeeigenen Grundstück bei der Kirche selber Wohnraum zu schaffen und dann günstig zu vermieten. Eine sehr viel mühsamere Abwicklung als über eine Wohnbaugesellschaft, dafür könne dann aber die Gemeinde über Miete und Mieter eigenständig entscheiden.
Viele Maßnahmen also sind am Laufen, die allesamt Geld kosten. Wo es herkommt und wie verteilt – auch darüber berichtet Christian Schiller regelmäßig auf den Bürgerversammlungen. Sichert die Einkommenssteuer wohl auch in diesem Jahr wieder die wichtigste kommunale Einkommensquelle, so wird die notwendig gewordene Schulerweiterung der Christian Morgenstern Schule den größten Anteil der Ausgaben beanspruchen. Daneben werden Projekte wie Kinderhaus, Breitbandausbau, digitale Ausstattung der Schulen, Verkehrskonzept u.a.m. weitergeführt. Dringend notwendig auch ist die Sanierung des Kurparkschlosses, wo am vergangenen Wochenende herabfallende Putzsteine eine Jugendliche leicht verletzt hatten.
Und sonst? Die Volkshochschule, seit mittlerweile 69 Jahren in Herrsching zugange, hat eine wichtige Auszeichnung bekommen. Das Zertifikat „für erstklassige Kundenorientierung und Nachhaltigkeit" ermöglicht ihnen das Beantragen wichtiger Fördergelder. Ein Blick in das Veranstaltungsheft macht deutlich, wie vielseitig ihr Angebot inzwischen ist. Ein Angebot dagegen, das in diesem Jahr vermutlich nicht stattfinden kann, ist der beliebte Willkommenstag. Das Integrationsteam sucht in diesem Zusammenhang dringend Nachwuchs, um weiterhin in diese Richtung wirken zu können.

BV Breitbrunn 2019 1

Wie jedes Jahr nutzten einige Anwohner Breitbrunns die Gelegenheit, im Rahmen der Bürgerversammlung und mit Hilfe des Geschäftsleiters Günther Pausewang, Fragen und Wünsche loszuwerden, die ihren Ort betreffen.

Fragen und Anträge
Von der Verwaltung zeitnah geprüft werden Anfragen bezüglich zweier Sitzbänke an den Bushaltestellen Bucher Weg und an der Hauptstraße. Auch die unzureichende Beleuchtung der Verbindungstreppe zwischen Johanneskirche und Seestraße soll demnächst untersucht werden. Die Bitte dagegen, den unteren Seeweg für Radler zu sperren oder zumindest als ungeeignet auszuschildern, liege nicht im Handlungsspielraum der Gemeinde, äußerte Schiller.
Weitere Wortmeldungen betrafen – wie schon auf der Bürgerversammlung in Herrsching – die Doppelnennung der Seestraße. Von Richard Schmautz kam der Vorschlag, ob nicht die Radiologie der Schindlbeckklinik der Summerstraße zugeordnet werden kann. Bei dieser Adresse kommt es wegen zahlreicher falscher Anlieferungen zu den größten Problemen. Eine Namensänderung der Straße mit allen Konsequenzen auf Kosten der Steuerzahler fände er übertrieben. Als weiterer Vorschlag wurde die Vergabe unterschiedlicher Postleitzahlen für die Ortsteile vorgeschlagen. Der Bürgermeister bestätigte, dass dieses Problem der Doppelnennung in die Tagesordnung des Bauausschusses aufgenommen wurde.
Weitere Anfragen, mit denen sich die Verwaltung auseinandersetzen wird, betrafen die Rechtmäßigkeit der Wohn- und Zirkuswägen am Seeufer sowie die Parkscheine im Ortsgebiet. Hier wurde angeregt, ob man diese zumindest im Winter, wenn kein Ausflugsverkehr herrscht, nicht für die Anwohner erlassen könne. Auch zur aktuellen Sachlage des Gymnasiums kam wieder eine Frage. Hierzu wird es auf der Gemeinderatssitzung am 25. Februar eine Beschlussfassung geben, da inzwischen die Juristen der Gemeinde, der Kommunalaufsicht und der Bayrischen Staatskanzlei einhellig zu der Auffassung gekommen sind, dass dieses Begehren unzulässig ist.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok