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Ein Jubiläumsgrundkurs ging erfolgreich zu Ende: Zum 125. Mal profitierten Jungbauern von dem Bildungsangebot im Haus der Bayrischen Landwirtschaft

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 20. März 2019

Die Teilnahme an einem Herrschinger Grundkurs bedeuten sehr komplexe 10 Wochen mit neuen Erfahrungen, Impulsen, Wissen und Freundschaften. Ob Kurse in Rhetorik oder in der Gesprächsführung. Diskussionen mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Eine Studienfahrt nach Berlin und Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit. Und vieles andere mehr. Aber es bedeutet auch das Aufeinandertreffen vieler junger Menschen aus der Landwirtschaft, die sich nicht kennen und die alle ihren ganz eigenen Charakter, die eigenen Vorstellungen, Wünsche und Hintergründe mitbringen. Die am Ende dieser Zeit oft mit Tränen auseinandergehen. Und die etwas für ihr Leben mit auf den Weg bekommen haben, das sie wohl lange nicht vergessen werden.

Jedes Jahr wieder wird das Abschlussfest des Grundkurses im Haus der Bayrischen Landwirtschaft mit Spannung erwartet. Die Präsentation der Absolventen, mit der sie ihre Höhepunkte der vergangenen 10 Wochen schauspielerisch und musikalisch darbringen. Die ausgewählte Musik zur Umrahmung des Programms. Die Festredner, die dem Publikum immer noch einen Gedankenanstoß mit auf den Weg geben. Und nicht zuletzt das abschließende Miteinander, wo in Gesprächen die Teilnehmer, ihre Eltern, Trainer, Mitarbeiter des Hauses und Vertreter der Politik noch das ein oder andere aufarbeiten können. Der Präsident des Bayrischen Bauernverbands, Walter Heidl, verglich die Ziele dieser Veranstaltung mit einer „Düngebedarfsermittlung". Zu erkennen, welches Rüstzeug für die Teilnehmer geeignet ist um sich hinterher in Politik, der Gesellschaft und in den heimischen Betrieben einzubringen. Er appellierte an die jungen Leute, die erworbenen Kenntnisse zu nutzen: „Nächstes Jahr ist Kommunalwahl – wir brauchen die jungen Leute!"

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57 Teilnehmer besuchten den Jubiläumsgrundkurs 2019 im Haus der Bayrischen Landwirtschaft und bedankten sich im Rahmen der Abschlussveranstaltung mit großem Applaus für diese Zeit

Dass es aber vor allem auf die Qualität der Bildung ankommt und nicht auf die Quantität, betonte der ehemalige Leiter der Nordsee-Akademie und Festredner Oke Sibbersen. Die Abwehr überflüssiger Informationen bezeichnete er als wesentliche Fähigkeit: zu erkennen, was ich alles nicht brauche. Sibbersen bemängelte, dass die staatlichen Lehranstalten die Vermittlung von Urteilsfähigkeit vernachlässige und ihr Augenmerk darauf lege, welcher Mensch gebraucht wird – anstatt darauf zu schauen, was der Mensch braucht.
„Nur Bildung lehrt uns zu wissen, was wir nicht zu wissen brauchen" betonte er und sie solle zu dem Bestreben führen, „täglich das Beste aus sich zu machen". Er wünschte den Teilnehmern des Grundkurses, dass sie die hier gemachten Erfahrungen mit in den Alltag nehmen. Die Kenntnisse dieser Weiterbildung, die sich nicht auf die Kurse beschränken, sondern auch durch die vielen Gespräche. Wissen stehe nicht nur im Buch und so betrachte er auch die Abende im beliebten Bierstüberl als wichtigen Teil dieser Weiterbildungsmaßnahme. „Gebildete Menschen haben mehr Freunde" zitierte er dazu den Philosophen Robert Spaemann.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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