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Zukunfts-Wärme für Jedermann: Auf einem Solaren Rundgang werden Möglichkeiten gezeigt, wie der Energieverbrauch von Häusern wirksam gesenkt werden können

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 05. Mai 2019

Der Klimawandel ist in aller Munde, Kinder und Jugendliche gehen auf die Straße und immer mehr Menschen fangen an zu überlegen, wo sie selber etwas tun können. Der Wärmemarkt ist mit über 40% Anteil weltweit der größte Energieverbraucher und gerade in diesem Sektor will die Solarkampagne Alternativen vorstellen. Die Kampagne ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises und des Energiewendevereins Landkreis Starnberg e.V. und bietet in Form von Wanderausstellungen, Vorträgen, Besichtigungen und kostenlosen „Solar-Checks" ein breitgefächertes Informationsangebot. Teil dieses Angebots sind auch jene „Solaren Rundgänge", in denen abwechslungsreiche Vorzeigeobjekte aus der Gemeinde gezeigt werden. Kreative Ideen und Lösungen, die zeigen, dass jeder etwas zum Klimaschutz beitragen kann.

Nicole Kührer arbeitet als Werkstudentin für den Energiewendeverein und ist im Rahmen dieser Arbeit für die solaren Rundgänge verantwortlich. Für die Gemeinde Herrsching hat sie drei Objekte herausgesucht, die einen bunten Querschnitt aus den vielfältigen Möglichkeiten aufzeigen. Allen voran das Haus von Willy Meyerhöfer, der im Laufe der Jahre aus einem kleinen Ferienhaus ohne Heizung ein Vorzeigeobjekt geschaffen hat, das mit Photovoltaik, solarthermischer Anlage und weiteren energetischen Sanierungsmaßnahmen punktet.

Solarrundgang 3

Sehr gerne berichtete Willy Meyerhöfer im Rahmen der „Solaren Rundgänge" von den verschiedenen Maßnahmen zur energetischen Sanierung seines Hauses

„Als ich das Haus 1980 erworben habe war es in einem jämmerlichen Zustand" erzählt Willy Meyerhöfer. Und somit wurde das Haus zu seinem wichtigsten Hobby, in das er über die Jahre viel Zeit und Energie hineingesteckt hat. Energie aber, die ihm jetzt bescheinigt, dass er dadurch sehr viel fossile Energie spart. Das Haus wurde gedämmt und mit Kaminöfen erweitert. Auf den großen Dachflächen wurden Photovoltaik-Anlagen installiert deren überschüssige Energie er in den Sommermonaten ins Netz einspeist. In den Wintermonaten muss er mangels Speicher dazukaufen – „Aber nur Ökostrom" wie er betont. Neben der Photovoltaik war auch noch Platz für eine thermische Anlage, die ihm warmes Wasser durch Sonnenenergie beschert. Seine neueste Errungenschaft ist eine Luftwärmepumpe, die in einem kleinen Holzhäuschen im Garten untergebracht ist. Die Nutzung der Umgebungsluft als Wärmequelle ist eine besonders unkomplizierte Lösung, da weder behördliche Genehmigungen noch aufwendige Wärmeerschließungsarbeiten, wie z.B. Erdarbeiten, notwendig sind.
Das „Häusl" zum Schutz der Pumpe hat Willy Meyerhofer selber gebaut und fand es darüberhinaus sehr positiv, dass er sogar die alten Heizkörper in Verbindung mit der Pumpe weiterverwenden kann.
Stolz führt der Hausherr die Teilnehmer des Rundgangs dann in den Keller, wo sich das Herzstück der Anlagen verbirgt. Und dennoch viel Platz geschaffen wurde, nachdem der große Öltank ausgebaut werden konnte. Steuerungsanlage, Zähler, auf denen der Energieertrag durch die Anlagen abgelesen werden kann, ein Wärmespeicher, sorgsam verkleidete Rohrleitungen und dies alles verkabelt, um die Effizienz jederzeit auf den Prüfstein legen zu können.
Hier in diesem Haus von Willy Meyerhöfer wurde vieles selber gemacht und nach und nach ein Vorbild geschaffen, wie mit optimierter Nutzung der Sonne und weiteren Maßnahmen eine Sanierung aussehen kann. Eine Sanierung, die sich preislich in einem gesunden Rahmen befindet.
Ähnliche Wege ging auch Werner Schwarz aus Herrsching. Weg von der Ölheizung wollte auch er und fand ebenfalls in der Luftwärmepumpe eine Alternative. Auch hier behielt man die alten Heizkörper und ergänzte die Sanierung mit einer Photovoltaikanlage, deren überschüssiger Strom in einem Batteriespeicher zwischengelagert wird. Heinrich von Spaun dagegen hat selber ein neues Wärmespeichersystem ausgetüftelt, die der Optimierung seiner bestehenden Heizanlage dient. „Eine ganz innovative Heizlösung" zeigt sich Nicole Kührer beeindruckt, die ebenfalls hilft, den Energieverbrauch deutlich zu senken.
Smartphone gesteuerte Apps, mit deren Hilfe die Anlagen gesteuert werden, eigene Systeme, bei der die Optimierung bestehender Heizungssysteme im Vordergrund stehen, Strom für Haus und Auto aus eigener „Produktion" und andere kreative Ideen mehr: „Das Fazit zur heutigen Veranstaltung ist durchweg positiv" berichtet Nicole Kührer. Die Aktion stieß auf großes Interesse und die Teilnehmer konnten viele Fragen vor Ort loswerden. Solarthermie, Photovoltaik & Co in der Praxis vorgestellt zu bekommen und dabei erfahren, wie vielfältig Sonnenenergie genutzt werden kann.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

 

Aktuelle Informationen und Termine der Kampagne erhält man unter: www.solarkampagne-sta.de

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