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Seegottesdienst mit Fahrzeugweihe

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 12. Juli 2019

Die First Responder der Freiwilligen Feuerwehr Herrsching sind als Ersthelfer seit 20 Jahren im Einsatz

Gerade mal vier Stunden in Herrsching, hatte das neue Rettungsauto der First Responder gleich einen ersten „Einsatz". Der rasante Flitzer erschien pünktlich zum ökumenischen Seegottesdienst am 4. Juli 2019, bei dem er gesegnet werden sollte. „Wir retten Herrsching. Mit Gottes Segen", hatten Pfarrerin Angela Smart und Pfarrer Simon Rapp den Gottesdienst vor dem Kurparkschlössl überschrieben und damit den Wahlspruch der Freiwilligen Feuerwehr Herrsching um eine geistliche Komponente erweitert. „Wenn wir das Auto mit Weihwasser besprengen, stellen wir die unter Gottes Segen, die ab heute im neuen Einsatzfahrzeug ihren Dienst tun", wendete sich die Pfarrerin an die aktiven Ehrenamtlichen im First Responder Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Herrsching. Die 20 Männer und Frauen überbrücken bei einem Notruf als Ersthelfer am Einsatzort die Zeit bis der reguläre Rettungsdienst eintrifft. Dafür haben sie sich in einer eigenen Ausbildung zum „Rettungshelfer" qualifiziert. Im vergangenen Jahr waren sie in Herrsching und Umgebung allein 408 Mal die ersten Ansprechpartner für Menschen in Not.

 

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Vikarin Inga Mrozek segnete das neue Fahrzeug und alle, die damit Menschen helfen

 

„Heute geht der Traum vom eigenen Fahrzeug in Erfüllung", freute sich der erste Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Herrsching, Michael Polednik. Bisher teilten sich die First Responder ein Fahrzeug mit der Feuerwehr. „Das war nicht immer einfach!" 20 Jahre ist es her, dass die spezialisierte Einsatztruppe der Feuerwehr Herrsching als zweiter Standort der Landkreisfeuerwehren ihre Arbeit aufnahm. „Beim Hochwasser am Pfingstwochenende 1999 waren die Kollegen gleich gefordert", blickte Polednik zurück. Besonders begrüßte er die Initiatoren Notarzt Dr. Andreas Dauber, Stefan Wegner sowie den damaligen Kommandant Christian Saur und Klaus Keller, die sich unter den rund 100 Gästen beim Seegottesdienst befanden.

Ihnen dankte auch Bürgermeister Christian Schiller. „Was heute selbstverständlich ist, war vor 20 Jahren nicht üblich", erinnerte er sich an die Diskussionen im Gemeinderat, dessen Mitglieder damals schwer zu überzeugen waren. Der Gedanke eines medizinischen Ersthelfers war gänzlich neu. Die Idee stammt aus dem anglo-amerikanischen Raum, daher der Name First Responder, was „Zuerst Antwortender" bedeutet. „Es hat eine ganze Weile gedauert, bis alle den Sinn erkannten."

 

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Der 1. Vorsitzende der FF Herrsching, Michael Polednik (re.) und der 1. Kommandant Daniel Pleyer (li.) mit den Machern der ersten Stunde: dem ehemaligen Feuerwehrmann und First Responder Klaus Keller (2.v.li.), Notarzt Dr. Andreas Dauber (Mi.) und Feuerwehrler Christian Saur (2.v.re.)

 

Das neue Auto möglich gemacht hatte eine Erbschaft. „Die Verstorbene hat zu Lebzeiten mehrfach die Dienste des First Responders in Anspruch nehmen müssen. Wir sind sehr dankbar, dass sie uns bedacht hat", erklärte David Kramny, 2. Vorsitzender. Hinzu kam die 1.500 Euro-Spende von Herrschinger Handwerksmeistern, mit der das nötige Innenleben finanziert wurde. Der Erlös stammte aus dem Verkauf von Flammsternen auf dem Herrschinger Christkindlmarkt. Die Notfallausrüstung für Erste-Hilfe-Fahrzeuge wurde dem 2er BMW GT bei einem Spezialausrüster in Magdeburg eingebaut. Von dort war er am gleichen Tag angerollt – ohne Blaulicht!

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

Vikarin Inga Mrozek segnete das neue Fahrzeug und alle, die damit Menschen helfen.

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