lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo haarer-echo mooskurier

Finanzen, Steuern, Geld und Glück mit Frank Astor

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 25. November 2019

Benefiz-Kabarett für Promoting Africa

Stürmte er zu Beginn des Abends noch als forscher Finanzamtschef auf die Bühne, ließ er ihn als zaudernder Barde mit zartem Gitarrenspiel ausklingen: Der Kabarettist Frank Astor zeigte am 15. November 2019 im Herrschinger Kurparkschlösschen eine große Breite seines Komödiantenkönnens. „Geld.Macht.Glücklich. - Wenn man damit Gutes tut!" war das Benefiz-Kabarett überschrieben, das er zugunsten des Herrschinger Vereins Promoting Africa aufführte. Über eineinhalb Stunden ging es um Finanzen, Steuern, Geld und Glück.

191115 Benefizkabarett Astor01

Susanne Kiehling von Promoting Africa mit Kabarettist Frank Astor, der auch Ratgeberbücher schreibt.

 

Verkleidet mit Trenchcoat, Aktenmappe und Toupet begrüßte Astor alias Steuerexperte Prof. Dr. Harald von Schwarzschieber einige der rund 80 Zuschauer per Handschlag mit einem vielsagenden „Wir kennen uns" auf den Lippen. Der flotte Einstieg ließ schnell erkennen: Das Publikum hatte es hier mit einem Profi zu tun. Dieser berichtete – teils von musikalischen Einlagen untermalt – über eineinhalb Stunden aus dem Leben eines Finanzbeamten, seinen Träumen und der harten Realität.

„Das Image des Finanzamtes ist in jüngster Zeit komplett abgeschmiert!". Schwarzschieber empfahl daher, das Vertrauen der Steuerzahler zurückzugewinnen: „Soll der Kunde Dir vertrauen, lass' Dir in die Karten schauen!" Unterstützt wird die neue Offenheit von einem professionellen Marketing. Als erstes braucht die Behörde einen schick klingenden Namen. So wie sich das Arbeitsamt zum Jobcenter mauserte, könne sich das Finanzamt künftig in eine Cash-Agency verwandeln. Die Steuererklärung wird zum Science Fiction Document. Und die Werbekulis der Behörde ziert der Spruch: „Wir machen auch Hausbesuche."

Eine Bresche schlug der Steuercrack für die Raucher. „Die moralische Überheblichkeit der Nichtraucher ist abstoßend." Schließlich finanziere ein Steuerzahler, der täglich vier Packungen pafft, 17 Kindertagestätten in seinem Raucherleben. „Raucher sind hochmotivierte Sponsoren", freute er sich. Nichtraucher seien indes Steuerhinterziehern gleichzusetzen. Ebenso schädlich sei der Gesundheitswahn: „Ökos leben ewig und belasten die öffentliche Hand", erzürnte sich der Staatsdiener. Fitte Rentner gelten heute als Plage!

Vom einschlägigen Fortbildungsangebot wusste er zu berichten: Ein Bekannter aus der Buchhaltung nahm jüngst an einem Karma-Coaching teil. Dem Status eines Buchhalters fehle es einfach an Ausstrahlung, „rangiert doch die Buchhaltung erst nach der Käfig- und der Bodenhaltung." Auf dem Programm stehen auch Heilfasten für Controller, Yoga für Juristen „mit Tantra- und Teamarbeit" sowie ‚Schneller Meditieren mit Franz von Assisi'. Kenntnisse über Voodo seien gezielt für den Vertrieb geeignet und von Feng Shui sollte Ahnung haben, wer im Kreditwesen tätig ist: „Der optimale Standort für den Schreibtisch ist direkt vor der Tür, damit keine negative Energie eindringt." Alt-68ern riet er schließlich zum Kurs „Vom LSD zum DSL". Der saß, das Publikum lachte aus vollem Hals.

„Kleinigkeiten können das Glücksgefühl heben. Das erfahren wir, wenn wir eine Münze auf der Straße finden. Etwas zu geben, macht Sie nicht arm, aber den anderen glücklicher", erfuhren die Kollegen aus dem Finanzamt bei einem Vortrag zur Psychologie des Geldes. Der Chef weiß aus langjähriger Erfahrung: „Geld verdirbt nicht den Charakter, es macht ihn nur deutlich!" Als Surrogat des Abends trug Astor seine Ballade von der Aufschieberitis vor. Der Refrain hat das Zeug zum Ohrwurm: „Das mach' ich später, was soll das Gezeter... Es gibt so viele schöne Dinge, die ich vorher machen kann. Das schieb ich auf!"

Die Vorsitzende des Vereins Promoting Africa, Susanne Kiehling, bedankte sich bei Frank Astor und dem Publikum. „Sie helfen mit, die Lebensperspektiven von Kindern und Jugendlichen in Afrika zu verbessern." Der Verein hat in der Nähe von Nairobi in Kenia eine Berufsschule mit Werkstätten aufgebaut. Über 400 Jugendliche aus den Slums haben dort inzwischen ihren Abschluss gemacht. Zum Glück kein Fall von Aufschieberitis!

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

191115 Benefizkabarett Astor02

Frank Astor stellte im Kurparkschlösschen sein vielseitiges Repertoire unter Beweis.

Fotos (2): Petra Schmieder

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok