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Preise, Pläne und ein blühender Vortrag über Cottage Gärten: Der Verein für Gartenbau und Landschaftspflege Breitbrunn lud ein zur Herbstversammlung

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 26. November 2019

Ob es an dem trüben Novemberwetter lag, das die Lust an bunten Gartenbildern weckte - oder an dem bekannten Namen von Sarah Stiller und ihrer ansteckenden Begeisterung für Cottage-Gärten: der Bürgersaal in Breitbrunn jedenfalls war sehr gut gefüllt zur Herbstversammlung des Gartenbauvereins. Neben dem Bildvortrag standen noch die diesjährige Blumenschmuckauszeichnung auf dem Programm, die Verleihung des „Kreativitätspreises" an Josef Schernthaner für seine Neugestaltung des Perger-Grundstückes sowie Anregungen zur naturnahen Gartengestaltung.

Fast 100 Jahre ist er alt, der Verein für Gartenbau und Landschaftspflege Breitbrunn e.V. und hat doch nichts von seiner Ideenvielfalt und Engagement verloren. Sie treten ein für einen blühenden und schönen Ort, sie arbeiten erfolgreich in der Kindergruppe und sind im Kreisverband gut vertreten. Und sind in der gegenwärtigen Diskussion über Insektensterben mit ihrem Einsatz für blühende Landschaften aktueller denn je. Christian Schiller dankte im Namen der Gemeinde herzlich für ihr Engagement und
bat um die Fortdauer dieser Kontinuität für die nächsten 100 Jahre.

Für die Wahrung dieser Kontinuität ist aktuell zu einem nicht unerheblichen Teil die Vorsitzende Heidi Körner verantwortlich. Mit ihrer munteren und gutgelaunten Art führte sie durch diesen unterhaltsamen Abend. Zuerst gratulierte sie den 5 Preisträgern des Blumenschmuckwettbewerbes. Andrea Koböck gewann in diesem Jahr den 1. Preis, gefolgt von Margarete Pfluger, Mariella Scheidl, Genia Baier und Uschi Amendt. Den Kreativitätspreis überrichte sie Josef Schernthaner, der auf dem Perger Grundstück neue Ideen verfolgt. Der neue Besitzer möchte hier „erlebbare Landwirtschaft" möglich machen mit frei laufenden Tieren, Schwimmteich, Gartenbereichen und kleinen Holzhütten als Übernachtungsmöglichkeit. „So schonend wie möglich" möchte Josef Schernthaner hier arbeiten und stellte auf der Versammlung einige Konzepte vor, wie er hier die Natur weitestgehend schützen möchte. Über die Auszeichnung zeigte er sich „außerordentlich erfreut" und er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Gartenbauverein.

Gartenbau Breitbrunn 1

Die glücklichen Preisträger, die Vorsitzende und die Vortragende der Herbstversammlung des Gartenbauvereins Breitbrunn. V.l.: Anneliese Lecher (in Vertretung für Uschi Amendt), Josef Schernthaner, Heidi Körner, Sarah Stiller, Mariella Scheidl, Genia Baier, Andrea Koböck und Margarete Pfluger

Zur Wahrung der Kontinuität aber ist Heidi Körner auch beständig darum bemüht, die jüngere Generation mit ins Boot zu holen. Für die Herbstversammlung ist ihr das sehr erfolgreich durch die Einladung von Sarah Stiller gelungen. Die Breitbrunnerin ist eine sehr erfolgreiche Bloggerin und mit ihren Beiträgen über Cottage-Gärten über die Landesgrenzen hinweg bekannt. In einem reich bebilderten Vortrag erzählte sie über die Hintergründe und Geschichte dieser verwunschenen Gärten, gab Tipps zur Gartengestaltung und nannte viele Beispiele für eigene Wege zur erfolgreichen Pflanzung. Für sie selber sei es „ein verwunschener Dornröschengarten, der strukturierte Wildheit, Duft und Lebensfreude ausstrahlt, einen wundervollen Lebensraum für viele Tiere bietet, etwas Toleranz erfordert und nicht aussehen darf, als ob er Pflege braucht!"
Der Cottage-Gartenlegte im Laufe der Zeit eine beeindruckende Karriere hin. Vom kleinen Garten rund ums Cottage zur Eigenversorgung wurde ihm im Zuge der „Arts- and Craft-Bewegung" eine ganz neue Bedeutung zugemessen. Auch in Deutschland tritt er einen Siegeszug an, passt er doch mit seiner Blühfreudigkeit in den Trend der Zeit. Und machbar sei so ein Garten auch für jedermann – „und braucht dazu noch relativ wenig Pflege", wie Sarah Stiller versichert.
10 Geheimnisse zum Gelingen gab sie den vielen Gästen noch mit auf den Weg. Nicht kleckern, sondern klotzen sei dabei ein wichtiges Grundprinzip, das durch hohe und große Pflanzen unterstützt wird. Überraschungen soll er bieten und Neugierde wecken, die kleinsten Winkel zu erforschen. Die Liebe zum Detail sprach sie an und wie man mit verschiedenen Gegenständen wichtige Akzente setzen kann. Eine gewisse Struktur sei ebenfalls notwendig, damit „Blumen aus der Reihe tanzen können". Sarah Stiller gab auch konkrete Tipps, welche Pflanzen sie für unabdingbar hält. So gehört die anspruchslose Ramblerrose für sie unbedingt dazu, wie auch „kleine Helden" wie Moose und Flechten", Tulpen, Herbstannemonen, „Baumarktklassiker" wie der Storchschnabel u.a. mehr.
„Machen wir die Welt zusammen ein bisschen bunter?" war die auffordernde Frage zum Abschluss ihres gutgelaunt und leidenschaftlich vorgetragenen Bilderreigens.
Und bunter machen auf natürliche Art will auch Heidi Körner den Ort mit „ihrem" Gartenbauverein. Zum Ende des Abends stellte sie noch kurz die wichtigsten Bausteine vor, die man für die Naturgartenzertifizierung durch den Landesverband berücksichtigen muss. 35 solcher Bausteine, bzw. Kriterien sind aufgelistet – aber so mancher davon ließe sich ganz einfach erreichen, wenn „ihr euch traut, alles etwas schlampiger zu machen".

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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