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Wer erobert den Bürgermeisterstuhl in Herrsching? Rund 200 Gäste verfolgten die Podiumsdiskussion organisiert von Bund Naturschutz und den Agenda-Arbeitskreisen

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 06. März 2020

Warum sollten die Herrschinger Sie als Bürgermeister wählen? Es war dies eigentlich die Abschlussfrage von Moderator Jürgen Kaul nach einem langen Diskussionsabend, auf der so viele Stellungnahmen zu hören waren. Lassen sich mit diesem Statement der fünf Kandidaten ihre bis dato gemachten Aussagen oder zumindest ihre Richtung in etwa zusammenfassen? Das wohl eher gar nicht – und drücken dennoch viel aus. Und daher sollen sie hier auch am Anfang stehen.
Weil sie die Umstände in Herrsching so gut kenne, parteifrei antritt und auf Kreistags- und Landesebene sehr gut vernetzt ist, spezifiziert Christine Hollacher ihren Vorteil.
Alexander Keim (FDP), der sich als „update" für Herrsching vorstellte, will mit Hilfe eines guten Gemeinderates das Ortszentrum, Bahnhof u.a. endlich anpacken und keine Angst und Eskalation generieren.
Den Blick von außen und seinen Hintergrund als Volljurist hält der SPD-Kandidat und Nicht-Herrschinger Matti Müller für sein großes Plus. Herrsching habe unglaubliches Zukunftspotential, das ausgeschöpft werden müsse um hier einen Platz für alle zu schaffen.
12 Jahre im Amt und dabei so viele kommunale Projekte angestoßen, wie nie zuvor ist der Erfahrungswert von Christian Schiller. Als Parteifreier könne er ideologiefrei/sachorientiert arbeiten und bat um das Vertrauen, diese Arbeit fortsetzen zu dürfen.
„Weil ich mich gerne um Herrsching und seine Bürger kümmern möchte", war das Abschlussstatement von Fromuth Heene (CSU).

 

Podiumsdiskussion 1

Ein Abend mit vielen Fragen und Antworten, der auf großes Interesse bei den Herrschinger Wählern stieß und den Bürgermeisterkandidaten viel Durchhaltevermögen abverlangte: Dr. Verena Alvez (Bund Naturschutz/Organisatorin des Abends), Moderator Jürgen Kaul, Matti Müller (SPD), Christine Hollacher, Fromuth Heene, Christian Schiller und Alexander Keim(FDP)

34 Fragen in 6 Themenblöcken an 5 Bürgermeisterkandidaten: Fragen, die viele Bereiche rund um den Naturschutz, Siedlungspolitik u.a. abdeckten, etliche Themen unerwähnt ließen. Die aber halfen, sich ein genaueres Bild der Kandidaten zu machen. Über ihre Ideen und Pläne, aber auch den Hintergrund und die Erfahrung, die sie zur Realisierung mitbringen. Ein sachlicher Abend, der kein Eingreifen des Moderators Jürgen Kaul notwendig machte – und alleine diese Tatsache kann als sehr positiv bewertet werden. Seine Erfahrung als Coach für zwischenmenschliche Beziehungen jedenfalls, brauchte der Bayern 1-Moderator auf jeden Fall an diesem Abend nicht einzusetzen.

Im Folgenden sei versucht, einige der Stellungnahmen stichpunktartig zusammenzufassen:

Christine Hollacher:
Kein Wohlstand auf Kosten der Umwelt und kein weiterer Zuzug, Gymnasium nicht am Mühlfeld, sondern den zu erwartenden Lehrstand der Finanzhochschule nutzen, Bebauungspläne rigider handhaben, Erhalt der Natur/Ausgleichsflächen mehr kontrollieren, Anreize für privates/gewerbliches Energiesparen forcieren, kommunale Energieversorgung unabhängig machen und weitere Energieträger andenken, mehr Transparenz der Gemeindearbeit, kostenloser öffentlicher Nahverkehr und Fahrrad- Verleih, Rathaus mit Vorbildfunktion für Müllvermeidung etc., die Bürger in einer Planungswerkstatt an Ortsentwicklung beteiligen und in Gesamtkonzept für die Region einbinden

Fromuth Heene:
Schaffung bezahlbaren Wohnraums (Mietwohnungen) trotz Siedlungsdruck, mehr Transparenz der Verwaltungsarbeit, dezentrale Energieversorgung ja, aber erst laufende Großbaustellen abarbeiten, bessere und noch mehr Anreize schaffen für den Umstieg auf öffentlichen Nahverkehr, Baumpflege forcieren, Müllvermeidung durch Achtsamkeit jedes Einzelnen und weiteren Initiativen, Nähe zum Bürger schaffen durch Bürgersprechstunde und persönliche Gesprächen

Alexander Keim:
Flächennutzungsplan überarbeiten, günstiges/schnelles Bauen ermöglichen, Transparenz und Weiterentwicklung anhand messbarer Fakten und Expertengespräche, Rathaus/Bürgermeister als Vorbild, Verkehrsreduzierung durch Schaffung von Alternativen, Verkehrssicherheit, aktive Flüchtlingshilfe unabhängig von polit. Diskussionen, Transparenz und Informationsfluss wichtig für politische Teilhabe

Matti Müller:
Siedlungsdruck durch aktives Flächenmanagement begegnen, Gewerbe/Wohnen verbinden und suffizientes Bauen ermöglichen, Flächennutzungsplan ändern, dezentrale Energieversorgung und regionale Wertschöpfung anstreben, Verkehrskonzept evaluieren und Bürger einbinden, Leitbild der Agenda als Fahrplan der polit. Arbeit, Einsetzen von Kümmerern für Spezialthemen (z.B. Flüchtlinge), Generationsübergreifend denken/arbeiten, Transparenz stärken

Christian Schiller:
Verifiziert Daten zum Flächenverbrauch und hält Siedlungsdruck für angemessen, Einkommens-/Gewerbesteuer als Säule der Gemeinde für alle Projekte, Förderung privater Energiesparmaßnahmen durch Förderprogramme aktivieren, Lösungen bei Verkehr/Mobilität immer Kompromisslösungen in Abhängigkeit zu geltenden Recht, die stetig geprüft werden müssen, Naturschutz: Baumpflanzaktionen, Aufwertung gemeindlicher Grünflächen, energetische Sanierung aller gemeindlichen Liegenschaften, Baumkataster, Flüchtlingshilfe läuft Dank sozialer Säule in Verwaltung und Einsatz von H. Doch/dem Einsatz von Sozialreferentin Tina Reich/ehrenamtlicher Hilfe gut, Transparenz seit Amtsantritt sehr verstärkt

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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