Bürgermeister Christian Schiller informiert über alle Ortsteile

Kategorie: Politik

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Rund 180 Besucher aus allen drei Ortsteilen verfolgten den Bericht des Bürgermeisters auf der Bürgerversammlung.

Gemeinsame Bürgerversammlung

Die Bürgerversammlung fand in diesem Jahr nur einmal – nicht wie gewohnt dreimal – statt: Aus Kostengründen legte Bürgermeister Christian Schiller seinen Rechenschaftsbericht am 23. April in der Martinshalle für alle Herrschinger Ortsteile zusammen ab. Dies nutzten rund 180 Besucher, um sich zu informieren und auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Der Abend war geprägt von der angespannten Haushaltslage und einer detaillierten Debatte über das Erscheinungsbild des Bahnhofs.

Zu Beginn fasste Schiller die wichtigsten Bauvorhaben und Projekte zusammen, die begonnen oder erfolgreich abgeschlossen wurden: Die neue Brücke vom Geh- und Radweg am Fischbach, die Erneuerung der Asphaltdecke und des Gehweges in der Rauscher Straße und die Deckensanierung der Kirchstraße Breitbrunn. Nicht zu übersehen sind die Rot-Markierungen der Fahrradstraßen (Summerstraße, Rudolf-Hanauer- Straße und Seestraße), um eine bessere Sichtbarkeit an Kreuzungsbereichen zu gewährleisten.

Im Mai letzten Jahres feierte die Gemeinde den Spatenstich für Herrschings größtes Bauprojekt „Bezahlbarer Wohnraum“. „Für die 26 Wohneinheiten haben sich 176 Menschen beworben“, sagte der Bürgermeister. Die Bewerbungsfrist für einen Antrag auf eine Wohnung sei Ende März abgelaufen. Die Vergabe erfolge gemäß den Richtlinien durch den Gemeinderat. „Wir wollen es so transparent wie möglich halten“, versprach Schiller. Die neue Toilettenanlage mit drei Kabinen, eine davon barrierefrei und mit Wickeltisch, sei eine „sehr gute Investition gewesen“. 50 Cent beträgt die Gebühr pro Nutzung. Die Gesamtkosten von 348.500 wurden mit rund 180.000 Euro städtebaulich gefördert, die Kosten der Gemeinde belaufen sich auf knapp 168.000 Euro.

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Dass nach einer langen Planungsphase die Teilfertigstellung des Gymnasiums gefeiert werden konnte, freute den Bürgermeister besonders. Im September erfolgte die Schlüsselübergabe an Schulleiterin Dr. Eva Weingandt und die ersten 585 Schüler wurden feierlich begrüßt. „Eine offizielle Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür ist für den 3. Juli geplant“, verkündete er.

Weniger erfreulich stellt sich die aktuelle Haushaltslage dar. Eine unerwartete Gewerbesteuerrückzahlung in Höhe von rund zwei Millionen Euro sowie die hohe Kreisumlage haben dazu geführt, dass die Gemeinde derzeit mit einer Haushaltssperre operieren muss. „Eine Rückzahlung in Millionenhöhe hat Herrsching bislang noch nicht erlebt“, sagte Schiller.

Anliegen der Bürger
Das Thema Finanzen beschäftigte auch die Bürger. So wurde der Wunsch nach eine größeren Gemeindebücherei von Christian Schiller mit den Worten „das wird leider momentan am Geld scheitern“ abgelehnt. Man sei allerdings bemüht, die Bücherei in diesem Zustand halten zu können.

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Ein zentrales Anliegen vieler Anwesender war der Zustand des Bahnhofs. „Eigentlich sollte er eine Visitenkarte im Jubiläumsjahr sein, ist es aber nicht“, kritisierte Hedda Lindner.

Der Bahnhof sei ein „Armutszeugnis“, meinten auch Andreas Weger und Alexandra Bauer. Sie ärgerte sich über den Vogelkot der Tauben, die sich in den Nestern der Rauchschwalben eingenistet hätten und „viel Dreck“ machen würden. Sie wollte wissen, ob man die Kotbretter austauschen oder neu anbringen könne.

Über massive Müllprobleme, insbesondere an Gleis 1 und in der Summerstraße, berichtete Ute Pieper. Sie schlug ein „Ramadama“ wie in Breitbrunn vor. „Bitte nicht auf die Gleise gehen“, sagte Schiller. Das dürfe nur jemand von der Bahn machen. „Wir geben es aber weiter“.

„Der Bahnhof soll zur großen Jahresfeier repräsentativer sein“, fand auch Caterine Schirmer. Sie regte an, wenigsten den Vorplatz aufzuräumen, wenn auch über private Initiativen.

Auf die Frage, warum die Gemeinde den Bahnhof überhaupt gekauft habe und warum noch nichts passiert sei, verwies Schiller auf die knappe Finanzlage. „Jeder will, dass der Bahnhof saniert wird. Aber wir brauchen Geld“, sagte er. Zudem stehe das Gebäude unter Denkmalschutz. Es wird sich zeigen, welche Prioritäten der neue Gemeinderat setzt.

Für Sie berichtete Nicole Burk.

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