„Ein Bürgermeister für Alle“: Aufstellungsversammlung

Kategorie: Parteien

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Sie hoffen auf eine vierte Amtszeit: Bürgermeister Christian Schiller (3. von rechts) zusammen mit dem früheren Uttinger Bürgermeister Josef Lutzenberger (4. von links) und den Unterstützern vom Verein „Ein Bürgermeister für Alle“ bei der Aufstellungsversammlung im Arthotel.

Christian Schiller einstimmig für vierte Amtszeit nominiert

Große Resonanz herrschte im vollbesetzten König- Ludwig-Stüberl im Arthotel Andechser Hof: Dort holte der parteilose Bürgermeister Christian Schiller am 9. Dezember bei der Aufstellungsversammlung seines Vereins „Ein Bürgermeister für Alle“ das Votum für seine vierte Amtszeit. „Ich bin überwältigt, dass so viele da sind. Ich wusste nicht, wie viele kommen“, begrüßte Christian Schiller die 49 wahlberechtigten Mitglieder. Dass es mit dem Traumergebnis von 100 Prozent nicht ganz geklappt hat, liegt an drei Wahlzetteln, die namentlich unterschrieben wurden und damit ungültig waren.

Erfahrung und Netzwerk
In seiner einstündigen Rede erinnerte sich Schiller an seine Anfänge als Bürgermeister. Im Jahr 2008 wurde er zum ersten Mal gewählt. „Meine Söhne Valentin und Felix waren damals sechs und sieben Jahre alt. Heute sind sie gestandene Mannsbilder“, erinnert er sich. Mit „heute“ meint der Bürgermeister seine dritte Amtszeit rund 18 Jahre später. „Jede Amtsperiode wurde schwieriger und die letzte ist besonders schwer“, betonte er und erinnert an die Corona- Pandemie, die Überschwemmungen am Ammerseeufer und den Ukraine-Krieg. „Jetzt trifft Herrsching die Finanz- und Wirtschaftskrise mit voller Wucht“. Aber in 18 Jahren habe er viel „Erfahrung“ und ein bedeutendes „Netzwerk“ aufgebaut, so dass er diese Herausforderungen gut meistern konnte. Sichtlich bewegt erinnerte sich Schiller an die Eröffnung des neuen Gymnasiums, bei der er „Tränen in den Augen“ hatte. Es sei eines der Meilensteine seiner Amtszeit, in der viel bewegt wurde. „In 18 Jahren ist viel passiert, was für viele Bürger selbstverständlich ist“. Dazu gehöre der Neubau der Feuerwehrhäuser in Herrsching und Breibrunn, das neue Gemeindehaus in Widdersberg, eine erweiterte Christian-Morgenstern-Schule und der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze von 450 auf 800. Das Projekt am Mitterweg schafft derzeit 26 Einheiten für bezahlbares Wohnen.

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Finanzielle Lage und Blick in die Zukunft
Trotz aller Erfolge sparte Schiller nicht mit Kritik an der übergeordneten Finanzpolitik. Mit Blick auf die explodierende Kreisumlage, die Herrsching im nächsten Jahr rund 35 Millionen Euro kosten werde (55,8 Prozent), warnte er davor, dass das System absolut schieflaufe. „Alles über 50 Prozent ist der absolute Wahnsinn“, betonte er und nannte als Grund die vier Kliniken im Starnberger Landkreis und das damit verbundene Betriebskostendefizit. Über die Kreisumlage fließt das Geld von den Kommunen an den Landkreis. Außerdem muss die Gemeinde Herrsching mit der Gewerbesteuerrückzahlung eines großen Betriebs eine bittere Pille schlucken, die zusammen mit den fehlenden Gewerbesteuereinnahmen zusammen rund drei Millionen Euro Verlust ausmachen. „Wir müssen uns vorbereiten“, sagte er. Dennoch gibt es klare Pläne für die Zukunft: Das Bahnhofsgebäude könnte zum Beispiel über eine Erbpacht-Lösung zum „Schmuckstück“ werden. Auf der Klosterwiese in Breitbrunn soll ein Einheimischenmodell realisiert werden. Als „ganz schwierig“ bezeichnete Schiller jedoch die „Ellenbogenmentalität“ der Anwohner, die die teuersten Anwälte damit beauftragen, dieses Vorhaben zu verhindern. Das Gebäude in der Keramikstraße 5 müsse dringend saniert werden, ebenso die in die Jahre gekommene Uferpromenade. Zudem brauche Herrsching dringend Kurzzeit- und Tagespflegeplätze. In puncto Gemeindeverwaltung müsse man noch effektiver werden und den Einsatz von KI vorantreiben.

Nahbarkeit und Transparenz
Auf seine Rede erfolgte ein Appell mit den Worten: „Ich bewerbe mich gerne für die vierte Amtsperiode. Wenn ich am 8. März nicht Bürgermeister werde, dann bin ich raus und sitze auch nicht mehr am Ratstisch“. Transparenz gehöre für ihn immer dazu. „Mit mir kann man reden und jeder kann sich auf mich verlassen“, betonte er. Darüber hinaus kandidiere er für den Kreistag und stehe auf Platz 18 der CSU- Liste. „Es ist wichtig, dass Herrsching eine starke Stimme im Kreistag hat“. In der CSU sieht er hierfür die meisten Chancen. Außerdem halte er Stefan Frey für einen „sehr guten Landrat“, erklärte Schiller. Mit Karin Casaretto (59) steht bereits eine Gegenkandidatin fest. Auch sie ist parteilos, tritt allerdings als Kandidatin von Grünen und BGH an.

Für Sie berichtete Nicole Burk.

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