Durch eine Blitzaktion des Kulturvereins, kurze Wege zur Gemeinde und allen voran: der Arbeit von Jürn Ehlers konnte dieses Mahnmal für den Frieden einen Platz auf dem Rathausplatz erhalten. V.l.: Catharina Gaiselhart, Jürn Ehlers und Hans-Herman Weinen
Der Bildhauer Jürn Ehlers stiftet eine Skulptur zum Zeichen der Solidarität mit der Ukraine
Eigentlich ist der 8.Mai ein Datum zum Feiern. Das Ende des 2. Weltkriegs und der Nazi-Herrschaft, die so viele Todesopfer kostete. Doch nun tobt wieder ein Krieg in Europa und Jürn Ehlers war es ein Bedürfnis, hier ein Zeichen zu setzen. Er hat selber das Kriegsende in Berlin miterlebt und denkt an das damals ausgesprochene „nie wieder!“ – das nun doch nur 77 Jahre gehalten hat. Seine zerfurchte Skulptur soll ein Mahnmal sein zu diesem Jahrestag. Mit viel Einsatz noch rechtzeitig fertiggestellt und dank der schnellen und tatkräftigen Hilfe des Kulturvereins zu diesem Tag auf dem Rathausplatz installiert.
Wie um Hilfe suchend streckt die Figur die Hände in den Himmel. Der Körper zerfurcht von vielen Löchern, die – auch durch rote Farbe betont – wie Einschusslöcher wirken.
„Das Werk mit dem Titel „Between“ soll ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine sein und einen Gegenpol zu dem aktuell propagandistisch missbrauchten, russischen Festtag „Tag des Sieges“ am 9. Mai 2022 darstellen“ betonte die stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins, Catharina Gaiselhart, bei ihrer Begrüßung auf dem Rathausplatz. Ein sichtbares Zeichen für die klare Haltung in dieser Gemeinde, dass man hier den Ukrainern hilft und auf ihrer Seite steht.
Auch Kulturreferent Hans-Herman Weinen sprach im Namen der Gemeinde seine Freude darüber aus, dass diese Figur hier einen temporären Platz gefunden hat. „Seit dem 24. Februar versucht Russland, die Ukraine kaputt zu machen“, sagte er nachdrücklich. „Ich bin sehr glücklich, dass wir hier mit der Kunst ein Zeichen setzen konnten und das Geschehen nicht unkommentiert so stehen lassen!“
Geplant ist, dass die Skulptur für eine Woche auf dem Rathausplatz verankert bleibt. Die Aufstellung war eine sehr gelungene Blitzaktion des Kulturvereins mit kurzen und unbürokratischer Hilfe der Gemeinde. „Erst am Mittwoch den 4. Mai war Jürn Ehlers mit dem Vorschlag an den Kulturverein herangetreten“, schmunzelt Catharina Gaiselhart. „Und da war noch nicht einmal die Skulptur fertiggestellt“, wie der Künstler grinsend ergänzt. Eine Mail an den Bürgermeister, Anrufe bei den Herrschinger Bildhauern Manfred Pieler und Nikolai Holzach, die sofort ihre Bereitschaft signalisierten, beim Transport und der Verankerung auf einem Sockel zu helfen – sowie helfende Hände bei der Organisation der Installation. „Nicht die Bürokratie hatte hier ihr letztes Wort“, betonte Hans-Herman Weinen, der sich glücklich zeigte, dass der Rathausplatz für diese Figur zumindest eine temporäre Heimat bildet.
Und der Titel der Figur? „Entstammt einem Jugendwort“, gibt die 2. Vorsitzende des Kulturvereins Auskunft. „Alles sei gerade so ein bisschen between“ hatte Jürn Ehlers in einem Gespräch aufgeschnappt. Für ihn war es ein treffender Ausdruck der Situation. Zwischen der Erinnerung an das Ende der Gräueltaten des 2. Weltkrieges – und dem Krieg in der Ukraine, von dem viele befürchten, er könne sich wie ein Flächenbrand ausbreiten.
Für Sie berichtete Barbara Geiling.












