Aufmerksam folgen die zahlreichen Zuhörer dem Gesprächsverlauf zwischen Landrat Stefan Frey (links) und Oberkirchenrat Stefan Reimers (rechts) mit dem Moderator Diakon Hans-Hermann Weinen (Mitte) beim Herrschinger Gesprächtage im Gemeindesaal der ev. Erlöserkirche, der musikalisch von Birgit Henke (Posaune) und Christa Edelhoff-Weide (Klavier) begleitet wurde.
Landrat Stefan Frey und Oberkirchenrat Stefan Reimers im Konsens darüber wie friedliche Kommunikation gelingen kann
Am Donnerstagabend, 22.1. um 19 Uhr lud die Evangelische DreiSeen- Gemeinde in den Veranstaltungssaal im Gemeindehaus der Erlöserkirche zum Herrschinger Gesprächstag unter dem Motto „sag’s friedlich – Sprache als Schlüssel zum Miteinander“ mit Landrat Stefan Frey und Oberkirchenrat Stefan Reimers ein. Die Moderation des Gesprächsabend übernahm Diakon Hans-Hermann Weinen. Er leitete in drei Abschnitten souverän durch das Thema. Musikalisch wurde der Abend einfühlsam von Birgit Henke auf der Posaune und Christa Edelhoff-Weide am Klavier begleitet.
Der Ton in unserer Gesellschaft ist rauer geworden. Meinungen prallen aufeinander und werden zum Teil anonym und respektlos kundgetan. Gespräche verhärten sich und einander Zuhören fällt vielen schwer. Im Rahmen des Herrschinger Gesprächstags wurden folgende Fragestellungen verfolgt: Wie können wir trotz gegensätzlichen Meinungen im Gespräch bleiben? Warum gibt es diesen Wandel in der Kommunikation, diese Verrohung im Umgang miteinander? Wie kann friedfertige Kommunikation auch bei unterschiedlichen Standpunkten positiv und wertschätzend gelingen? Stefan Frey war den meisten Gästen im Saal bekannt. Er ist seit 2020 als Landrat im Landkreis Starnberg im Amt und ihm ist, sowohl als Politiker als auch als Privatperson, ein respektvoller Umgang miteinander besonders wichtig: „Zuhören, unterschiedliche Perspektiven ernst nehmen und gemeinsam tragfähige Lösungen finden, prägen mein persönliches Handeln.“ „Oberkirchenrat Pfarrer Stefan Reimers ist Mitglied der Kirchenleitung der ev.-lutherischen Kirche in Bayern mit Verantwortung für Menschen, Strukturen und Kommunikation.“ Mit diesem kurzen und prägnanten Satz stellte Diakon Weinen den zweiten Teilnehmer am Diskussionstisch vor.
Ansprechend und inspirierend fielen die Antworten von Frey und Reimers auf Diakon Weinens Fragen aus. Zustimmendes Gemurmel der Zuhörerinnen und Zuhörer war mehrfach im gut gefüllten Veranstaltungssaal der ev. Gemeinde Herrsching zu vernehmen. Zahlreiche aktuelle und möglicherweise zukünftig in der Herrschinger Kommunalpolitik engagierte Bürgerinnen und Bürger folgten den Ausführungen der Protagonisten aufmerksam. Die Aspekte wie Wertschätzung und wahrhaftiges Interesse am Menschen, die zu einer gelingenden Kommunikation führen können, ließen sich dabei gut nachvollziehen. So saßen Politik und Kirche, in Persona Landrat Frey und Oberkirchenrat Reimers, insgesamt eineinhalb Stunden nicht im „Steitgespräch“ an einem Tisch, sondern im Konsens darüber, dass aktuell ein grundlegender Wandel durch Brüche und Erschütterungen in den traditionellen Kommunikationsmustern der Gesellschaft stattfindet und dies in einem immer rascheren Tempo geschieht, so dass einzig sich Zeit zu nehmen und wahrhaftes Interesse am menschlichen Gegenüber zu zeigen zu einer friedlichen, wertschätzenden und letztlich positiv konnotierten Kommunikation führen kann.
Um diese Dialogfähigkeit leben zu können, ist eine innere, grundsätzlich offene, möglichst positive Haltung der Diskussionsteilnehmer wichtig. Essenziel ist auch eine aufmerksame Zuhörerkultur, die zunehmend unter der schnelllebigen Medienstruktur leidet. Eine schnelle Antwort per Mail, Kurznachrichten oder Insta-Botschaft bedeutet nicht immer eine gute Antwort. Meist lohnt es sich mit etwas mehr Zeit genauer nachzudenken, um eine reflektierte Aussage zu ermöglichen.
Grundsätzlich bedeutet gute Kommunikation immer Arbeit, da sind sich alle Beteiligten einig. Das gilt im Kleinen -in der Familie- genauso wie im Großen -in der Weltpolitik. Um Grundlagen der Kommunikation in der Gemeinschaft wieder zu stärken, muss der Zusammenhalt in der Gesellschaft gestützt werden. Dazu trägt im Wesentlichen Empathie in der Kommunikation, d.h. Mitgefühl als Zusammenhalt in der Gesellschaft bei. Beide Diskussionsteilnehmer, der Politiker Frey und der Oberkirchenrat Reimers, waren sich am Schluss einig darüber, dass zum Beispiel das ehrenamtliche Engagement in der Gesellschaft einen wesentlichen Anteil an einer positiven und wertschätzenden Kommunikation beitragen kann. In einer Zeit, in der laute, populistische und aggressive Töne zunehmend in der Gesellschaft um Zustimmung buhlen, lohnt sich das Ringen um friedliche und gelingende Kommunikation immer.
Für Sie berichtete Catharina Geiselhart.













