Herrschings größtes Geburtstags-Volksfest

Kategorie: Veranstaltungen

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Zwei Wochen lang feiert die Gemeinde ihr 1250-jähriges Ortsjubiläum

Was für ein Fest. Was für eine Stimmung. Was für ein Programm. Vom 7. bis 21. Juni verwandelte sich Herrsching in eine einzige große Festmeile. Vierzehn Tage lang stand das 1250-jährige Ortsjubiläum im Mittelpunkt des Gemeindelebens. Herzstück der Feierlichkeiten auf dem alten Sportplatz waren das große Festzelt, zwei Kinderkarussells, Wurfbuden sowie zahlreiche Schmankerl- und Genussstände. Der unbestrittene Blickfang war jedoch das 38 Meter hohe Riesenrad. Bereits während der Aufbauphase zog es zahlreiche Schaulustige an und entwickelte sich schnell zum Wahrzeichen der Festwochen. Der Herrschinger Spiegel begleitet seine Leserinnen und Leser durch die Jubiläumswochen – vom feierlichen Auftakt bis zum stimmungsvollen Abschluss.

„Ein Fest von Herrschingern für Herrschinger“
Besser hätte der Auftakt kaum verlaufen können. Pünktlich zur Eröffnung zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und bescherte dem Festgelände am alten Sportplatz strahlenden Sonnenschein. Während sich das Festzelt am späten Vormittag langsam füllte, sorgte die Blaskapelle Herrsching mit traditioneller Blasmusik für den passenden musikalischen Rahmen. „Heute ist ein besonderer Tag für unsere Gemeinde. Wir feiern in den nächsten 14 Tagen 1250 Jahre Herrsching – und damit 1250 Jahre Geschichte, Heimat und Leben am Ammersee“, eröffnete Bürgermeister Christian Schiller seine Ansprache. Aus dem einstigen Horscaningun, das im Jahr 776 erstmals urkundlich erwähnt wurde, sei über die Jahrhunderte eine Gemeinde entstanden, die Tradition und Moderne miteinander verbinde. „Zwei Festwochen voller Musik, Kultur, Begegnungen und Lebensfreude liegen vor uns. Ab Donnerstag, spätestens Freitag, werde sich auch das Riesenrad drehen, das zu diesem Zeitpunkt noch in Baden-Württemberg stehe. Besonders hob Schiller den Einsatz der zahlreichen Ehrenamtlichen hervor. „Ohne Ehrenamt wäre das, was hier entstanden ist, nicht möglich gewesen. Dieses Fest ist ein Fest von Herrschingern für Herrschinger.“ Sein ausdrücklicher Dank galt dem Verein 1250 Jahre Herrsching und dessen Vorsitzendem Ludwig Darchinger. „Ihr seid das Herz dieser Feier.“ Alexander Tropschug, Zweiter Vorsitzender des Vereins, erinnerte an die Gründung im November 2024. „Wir wollten zeigen, dass in Herrsching etwas Großes möglich ist.“ In den vergangenen 19 Monaten investierten rund 140 Ehrenamtliche unzählige Arbeitsstunden in die Vorbereitung. Während Tropschug die Organisation koordinierte, verantwortete Ludwig Darchinger die gesamte Technik. Schatzmeister Jörg Ellinger kümmerte sich um Finanzierung und Kalkulation. Immer wieder galt es, neue bürokratische Hürden zu überwinden. „Das war der Wahnsinn“, sagte Tropschug rückblickend. Wegen der hohen Künstlergagen musste das ursprünglich geplante Programm mehrfach angepasst werden. „Wir mussten die Balance finden zwischen einem attraktiven Angebot für alle Generationen und einem verantwortungsvollen Umgang mit jedem Euro.“ Rund 500.000 Euro kostete das Fest schließlich insgesamt. Zum Abschluss richtete Tropschug noch einen Wunsch an alle Besucher: „Bitte freut euch einfach und habt Spaß.“

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Letzter Schliff am Samstag
Bereits am Samstagnachmittag herrschte auf dem Festgelände Hochbetrieb. Vor dem Festzelt erinnerten ein kleiner Bagger und mehrere Container noch an die letzten Arbeiten im Außenbereich. Rund 100 Kubikmeter Hackschnitzel wurden auf einer Vliesfolie verteilt, um den Rasen auf einer Fläche von rund 1.200 Quadratmetern zu schützen. Während der „Wellenreiter“ bereits seine ersten Proberunden drehte, liefen im Festzelt die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Technik, Licht und Ton wurden ein letztes Mal überprüft, Soundchecks durchgeführt und die Einsatzpläne der rund 140 freiwilligen Helfer kontrolliert. Etwa 500 Schichten mussten koordiniert werden, damit Ausschank, Einlass und Sicherheit vom ersten Moment an reibungslos funktionierten. Auch optisch war alles vorbereitet. Weiß-blaue Girlanden schmückten das Festzelt, von der Decke hingen Festkränze mit dem Jubiläumsmaskottchen „Herrschi“. Rund 1.200 Besucher fanden an den festlich eingedeckten Bierbänken Platz. Erleichtert zeigte sich Schatzmeister und Dritter Vorsitzender Jörg Ellinger. „Ich bin froh, dass wir alles geschafft haben – auch wenn es deutlich mehr Arbeit war, als wir ursprünglich erwartet hatten.“ Besonders die Suche nach einem geeigneten Riesenrad habe sich über Monate hingezogen. Erst mit dem Schaustellerbetrieb Robert Scheidacher aus Landshut fand der Verein schließlich den passenden Partner. „Dafür haben wir jetzt das modernste mobile Riesenrad Europas.“ Bei der Eröffnung blickte Ellinger auf die vergangenen Monate zurück. „Hinter uns liegt eine lange Reise mit Höhen und Tiefen, mit lustigen und ernsten Momenten. Unvergesslich – und voller Erinnerungen.“

„O‘ zapft is!“
Mit nur zwei gezielten Schlägen zapfte Bürgermeister Christian Schiller am 7. Juni das erste Fass Andechser Bier an. „O‘zapft is – auf eine schöne 1250-Jahr-Feier!“ Damit war das Jubiläumsfest offiziell eröffnet. Für ausreichend Nachschub war gesorgt: Rund 5.000 Liter Bier standen bereit. Während die ersten Maß ausgeschenkt wurden, sorgte der Ammersee Shanty Chor mit Klassikern wie La Paloma und My Bonnie für die passende musikalische Einstimmung. Am Abend übernahm die Oktoberfestkapelle Josef Menzl. Mit ihrer mitreißenden Blasmusik verwandelte sie das Festzelt binnen kurzer Zeit in eine einzige Feiermeile. Schon nach wenigen Liedern hielt es die Besucher nicht mehr auf ihren Plätzen.

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Für Sie berichtete Nicole Burk.

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