Besinnlich, schaurig-schön und humorvoll präsentierte sich die erste Weihnachtskriminacht im „Das Ammerseer“ mit Sabine Thomas.
Bestseller-Autorin Sabine Thomas sorgt für prickelnde Spannung.
Wer dachte, die Adventszeit in Herrsching sei besinnlich, wurde am 3. Dezember im Bistro und Weinlokal „Das Ammerseer“ eines Besseren belehrt. Die „Weihnachtskriminacht“ mit Bestseller-Autorin Sabine Thomas sorgte für eine schaurigschöne literarische Bescherung. Bei Kerzenschein, Glühwein und selbstgebackenen Plätzchen von Wirt Roland Knorr begrüßte sie die knapp 30 Gäste im ausgebuchten Lokal. „Hinzukommen noch selbstgebastelte Kurzkrimis von mir“, versprach die Autorin. Aufgrund der großen Nachfrage und weil die Plätze sehr schnell ausverkauft waren, fand die gleiche Veranstaltung am darauffolgenden Samstag nochmal statt. Sehr zur Freude von Knorr, der „Das Ammerseer“ seit diesem Sommer mit neuem Konzept betreibt und dort regelmäßig kulturelle Events ausrichten möchte. „Auch solche, die es noch nicht gab“, sagte er.
Tödliche Geschenke
Sabine Thomas weiß als Autorin und Organisatorin des Münchner Krimifestivals, wie man die Zuhörer fesselt. Als Beweis präsentierte sie drei ihrer Kurzkrimis, in denen nichts so ist wie es scheint und die Idylle oft trügt. Zuerst las sie „Still ruht der See“ aus der Anthologie „Glöckchen, Gift und Gänsebraten“, die es sogar auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat. Wie der Name vermuten lässt, spielt die Geschichte am Ammersee und handelt von einem bösen Nachbarschaftskrieg, der in vergifteten Präsenten endet. Ein klares Signal der Autorin: Vorsicht bei Weihnachtsgeschenken, denn die können tödlich sein.
Auch in ihrem nächsten Kurzkrimi „Süßer die Plätzchen nie schmecken“ geht es um Leckereien, die zum Sterben gut sind: Weihnachtszeit ist schließlich Plätzchenzeit. Und wer kann bei frischgebackenen Vanillekipferln, Rumschnitten und Zimtsternen schon „Nein“ sagen? Besonders, wenn sie als Geschenk der reizenden Nachbarin unerwartet vor der eigenen Haustür liegen. Wer würde daran denken, dass selbst die unschuldigsten Dinge manchmal Teile eines perfekten Verbrechens sein können? Die Autorin verriet, dass sie leicht autobiografische Züge in die Story miteinfließen ließ. „Mein Vater hatte eine Nachbarin, die alle mit Plätzchen versorgte“. Im Gegensatz zur Krimi-Variante, endeten die süßen Gaben im realen Leben aber glücklicherweise nicht tödlich. Zum Schluss servierte Sabine Thomas den Krimi „Weihnachten unter Palmen“. Die Fortsetzungsgeschichte, die sie einst in 24 Sequenzen für die AZ schrieb, dreht sich um eine Tombola und einen satten Hauptgewinn von 100.000 Euro. „Passen Sie gut auf ihr Los auf“, empfahl die Autorin den Gästen in Anspielung auf die Tombola, die im Anschluss an die Lesung stattfand. Jeder Besucher durfte ein Los ziehen und konnte mit ein bisschen Glück ein Buchpaket, eine Flasche Wein oder einen kleinen Trostpreis gewinnen.
Die Veranstaltung kam bei den Gästen so gut an, dass eine zusätzliche Weihnachtskriminacht stattfand.
Für Sie berichtete Nicole Burk.









