Zimmerin Veronika Müller lud Schüler:innen dazu ein, ihr handwerkliches Geschick mit Hammer und Nagel zu versuchen
Alexander Dietz von der Handwerkskammer klärte über Möglichkeiten und Karrierechancen im Handwerk auf
Zukunft zum Anfassen
Großer Andrang, großes Interesse: Am Donnerstag, 26. Februar 2026, verwandelte sich die Realschule Herrsching von 17.30 bis 20.00 Uhr in einen lebendigen Treffpunkt rund um Ausbildung, Beruf und Zukunft. Über 80 Aussteller – Betriebe, Institutionen und Schulen aus der Region – präsentierten sich beim Berufsinfoabend und gaben Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern einen umfassenden Überblick über mögliche Bildungs- und Karrierewege. Besonders stark vertreten war in diesem Jahr das Handwerk. Der Abend machte eindrucksvoll deutlich, wie vielfältig und leistungsstark die handwerkliche Landschaft rund um Herrsching ist. Mit dabei waren unter anderem die Bau-Dosch GmbH aus Seefeld, die Zimmerei Leopold Göring aus Starnberg, die Schreinerinnung Starnberg, die Spenglerei und Dachdeckerei Ludwig Bernlochner aus Weßling, Elektro Saegmüller aus Starnberg oder Müller und Lübeck aus Herrsching. Auch die Handwerkskammer für München und Oberbayern war mit einem eigenen Infostand vertreten und stand für Fragen rund um Ausbildung, Karrierewege und Weiterqualifizierung im Handwerk zur Verfügung.
„Das ist eine sehr spannende Zielgruppe für uns“, betonte Alexander Dietz von der Nachwuchswerbung der Handwerkskammer. „Uns ist es wichtig zu zeigen, wie vielfältig Handwerk ist. Fragt man Schüler:innen, was ihnen als Erstes einfällt, nennen sie oft Schreiner, Maurer oder Kfz – dabei umfasst das Handwerk so viel mehr, etwa Zahntechnik oder Hörakustik.“ Viele Berufe erforderten ein feines Gespür und Kreativität, wie zum Beispiel das Goldschmiedehandwerk. Zudem böten sich hervorragende Karrierechancen: „Mit dem Meister erwirbt man automatisch die Fachhochschulreife und kann studieren. Und da viele Betriebe aktuell Nachfolgeprobleme haben, ergeben sich echte Chancen, später selbst einen Betrieb zu übernehmen.“
Ein anschauliches Beispiel für diese vielfältigen Wege ist Veronika Müller. Die 24-Jährige arbeitet als Zimmerin bei Bau- Dosch und war ebenfalls vor Ort. „Ich habe während Corona Abitur gemacht und meine ursprünglichen Studienpläne erst einmal auf Eis gelegt“, erzählt sie. Nach einem Praktikum folgte die Ausbildung zur Zimmerin – ein Schritt, den sie bis heute nicht bereut. „Der Beruf macht mir unglaublich viel Freude. Ich liebe die Abwechslung und das Arbeiten mit den Händen.“ Inzwischen hat sie ergänzend ein Studium begonnen und schätzt besonders die Kombination aus Theorie und Praxis: „Genau diese Mischung macht für mich den Reiz aus.“ Neben dem Handwerk präsentierten sich zahlreiche weitere Aussteller aus ganz unterschiedlichen Bereichen – darunter BMW, Webasto, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die Bundespolizei, die Agentur für Arbeit, regionale Banken, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Fachoberschulen sowie kreative und touristische Betriebe. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich direkt im persönlichen Gespräch über Ausbildungsberufe, Praktika, schulische Wege und Zukunftsperspektiven zu informieren. Der Berufsinfoabend zeigte einmal mehr: Die Region rund um Herrsching bietet jungen Menschen eine beeindruckende Bandbreite an Möglichkeiten – man muss sie nur kennenlernen.
Für Sie berichtete Sandra Eichner.








