Gymnasium Herrsching: Zwischenbilanz beim Infoabend

Kategorie: Schulen

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Infoabend Gymnasium 2026: Die Verkehrssituation war eines der Hauptthemen der Veranstaltung: Landrat Stefan Frey gab bereitwillig Auskunft über die Situation am Gymnasium.

Landrat und Schulleitung gaben Einblicke in den aktuellen Stand

Seit dem 16. September läuft der Schulbetrieb im Gymnasium am Mühlfeld. Doch wie gestaltet sich eigentlich der Alltag der Schüler? Welche Herausforderungen müssen noch gelöst werden und welche Neuigkeiten gibt es? Antworten auf diese Fragen gab es beim Infoabend des Fördervereins Gymnasium Herrsching im Saal des Andechser Hofs. Gekommen sind rund 100 Interessierte, darunter hauptsächlich Eltern. „Wir sind auf einem guten Weg, aber wir haben noch viel vor uns“, sagte Schulleiterin Dr. Eva Weingandt. Seit der Teilinbetriebnahme des Gymnasiums vor über 100 Tagen ist die Zahl der Schüler bei den Jahrgängen 5 bis 9 auf 588 angewachsen. Im Jahr 2030 verlässt der erste Abiturjahrgang die Schule. Doch bis dahin will sich die Schulfamilie „Schritt für Schritt“ weiterentwickeln. „Der nächste große Schritt ist die komplette Schuleröffnung“, so Weingandt. Doch der nächste Meilenstein steht unmittelbar bevor: Pünktlich nach den Faschingsferien am 23. Februar werden die Gebäude C und D mit den Fachwelten Chemie, Biologie und Physik in Betrieb gehen, ebenso die Fachwerkstatt „Deutsch“, die die Schulleiterin als „Vorzeigelandschaft“ beschreibt. Die Lehrer hätten „Tränen in den Augen“ gehabt, als sie die Räume zum ersten Mal gesehen hätten. Am Herrschinger Gymnasium wird nach dem Lernhauskonzept unterrichtet. In sogenannten Lernhäusern (A und B) und Fachwelten (C und D) steht selbstorganisiertes Lernen im Vordergrund. „Wir wollen das Selbstbewusstsein von Anfang an stärken“, erklärte Weingandt. Aktuell befinde man sich mitten im Aufbau der Lernkultur. Dafür braucht es ein großes Team. Mit rund 70 Lehrkräften sei derzeit genügend Personal vorhanden. Zur Unterstützung und besseren Orientierung kündigte die Schulleiterin eine eigene Broschüre an, die als Leitfaden dienen soll. Sie bat die Eltern um Vertrauen und den persönlichen Dialog. Mit den beiden neuen Fachwelten startet nach den Faschingsferien endlich auch der Mensabetrieb, was das Ende der Notverpflegung durch Lunchpakete bedeutet.

„Vorzeigeprojekt“ im Landkreis
Landrat Stefan Frey gab einen Überblick über die Baukosten, die mit aktuell 96 Millionen Euro unter der Kostenschätzung von 110 Millionen liegen. Für den Landkreis, der zu 80 Prozent die Kosten zu tragen hat, ein „riesiger Brocken“. Er hofft, dass im Nachhinein nicht noch Baumängel hinzukommen. Entstanden sei am Ende ein „Vorzeigeprojekt“, so dass sogar Ministerpräsident Markus Söder zur offiziellen Einweihungsfeier im Juli kommen möchte: „Hoffentlich sagt er nicht, dass das der Robinson- Club unter den Schulen ist.“

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Verkehrssituation am Gymnasium
Besonders intensiv und emotional wurde über die Verkehrssicherheit diskutiert. Eltern berichteten von chaotischen Szenen an der Mühlfelder Straße, wenn hunderte Kinder nach Schulschluss zur S-Bahn strömen. Viel Eltern forderten einen Zebrastreifen anstelle der Querungsinsel. Auch ein alternativer Straßenübergang von der Panoramastraße aus wurde angeregt. Landrat Stefan Frey zeigte sich aufgeschlossen, fand aber hinsichtlich des Wunsches nach einem Zebrastreifen klare Worte. „Die Polizei sieht Zebrastreifen als Scheinlösung an, die vorgetäuschte Sicherheit suggerieren“, erklärte er. Kinder könnten diesen überqueren, ohne vorher auf die Straße zu sehen. Und auch Autofahrer könnten einen Zebrastreifen übersehen. Ein anwesender Vater, der sich als ehemaliger Richter vorstellte behauptete, dass ein Zebrastreifen ein anderes „Haftungsregime“ schaffe, aber bei Verkehrsinseln die Verantwortung allein bei den Kindern liege. „Das ist falsch“ hielt Frey, der auch Jurist ist, dagegen. Autofahrer, die bei Verkehrsinseln oder in 30er Zonen nicht auf Kinder achten, seien genauso haftbar. Ein besonderes Problem stellt der Panoramaweg dar: Viele Eltern hatten gehofft, dass dort ein sicherer Straßenübergang eingerichtet werden könne. Doch hier verwies der Landrat auf das geltende Emissionsrecht, das einem Ausbau entgegenstehe. Da dort die Anwohner vor Lärm und Abgasen geschützt werden müssen, kann dort kein offizieller Überweg genehmigt werden. Allerdings, so Frey, möchte er die Tempo-30- Zone an der Einmündung zur Panoramastraße, (von Richtung der Schule) verlängern. Aktuell darf kurz vor dem Ortsschild wieder 50 gefahren werden. Eine unmittelbare Erleichterung soll es ab März geben, „wenn die Schulbusse in der neuen Wendeschleife auf dem Schulgelände halten“. Am Ende brachte der Landrat noch die Einrichtung eines Schülerlotsendienstes ins Spiel: Dies sei zwar für weiterführende Schulen unüblich, aber wenn sich genügend Freiwillige finden, wäre das eine hervorragende Möglichkeit.

Förderverein unter neuem Vorsitz
Der Abend markierte auch einen Wechsel in der Vereinsführung. Jens Waltermann gab bekannt, dass er seinen Vorsitz im Förderverein Gymnasium Herrsching in neue Hände übergebe. In der anschließenden nicht öffentlichen Mitgliederversammlung wurde die langjährige zweite Vorsitzende, Dr. Sonja Sulzmaier, zur neuen ersten Vorsitzenden gewählt. „Ich möchte nicht gehen, ohne mich vorher bei allen Beteiligten zu bedanken“, sagte er in der Informationsveranstaltung. Mit Blick auf die Realisierung des Gymnasiums fügte er hinzu: „Es war kein einfaches Projekt“.

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Für Sie berichtete Nicole Burk

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