Rundgang durch Herrsching mit der Gemeindearchivarin

Kategorie: Kultur

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Die rund 25 Gäste des von Carmen Fuchs geleiteten Mittwochclub der Senioren erfuhren unlängst bei einem Rundgang durch Herrsching wieder einige neue Fakten über den Ort.
Unter der bewährt fachkundigen Führung der Gemeindearchivarin Dr. Friederike Hellerer traf man sich am frühen Nachmittag auf der „Plaza“ vor dem Rathaus:
Dort konnte gemütlich – und falls gewünscht – auf den Bänken sitzend, dem ersten Part der interessanten Ausführungen gelauscht werden: Anhand historischer Bilder wurde die Entwicklung des „Bauern- und Fischerdorfs“ Herrsching eingehender beschrieben…wobei Frau Dr. Hellerer ausdrücklich nochmals betonte, dass von der Fischerei alleine kein Herrschinger leben konnte; zusätzlich zur Fischerei sorgten also auch Handwerksbetriebe (beispielsweise Schreinerei, Zimmerei…) oder auch Bootsverleih für geregelte Einkünfte. So hat der Begriff „Fischerdorf“ zwar „etwas Romantisches“ an sich – wovon jedoch die Einwohner und Einwohnerinnen keinesfalls leben konnten.

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Herrschings geographische Lage an der Bucht auf der Ostseite des Ammersees ist etwas Besonderes: Da ist erst einmal der wunderbare Ausblick gen Süden ins Gebirge (bis heute verlockend für zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland). Auf der anderen Seite ist die exponierte Position auch immer wieder Anlass für Überschwemmungen aufgrund von Hochwasserlagen nach extremen Stürmen. Frau Dr. Hellerer präsentierte hierzu auch Fotografien aus jüngster Zeit: Dort ist zu sehen, wie das Kurparkschlösschen nicht mehr per Pedes, sondern per Boot zu erreichen war…Romantisch, für das ein oder andere Hochzeitspaar, welches sich im Trauzimmer des Schlösschens das Ja-Wort gab.

Das Kurparkschlösschen und die „Alte Mühle“, die immer schon im Wasser stand, zählen in Herrsching zu den ältesten Gebäuden am See und sind baulich entsprechend ausgestattet um Wind und Wetter zu trotzen.

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Die Tour führte dann zur alten Kienbachbrücke; von dort aus hat man einen guten Blick auf das ehemalige Fischerhaus, welches im Besitz der Familien Stummbaum und Dillizer war.
Auch einige Zahlen hatte die Archivarin für Interessierte parat: Im Jahr 1630 hatte die Gemeinde gerade einmal 350 Einwohner, 1900 waren es 400. Großen Anstieg der Einwohnerzahl gab es im 20. Jahrhundert – nicht zuletzt auch, weil 1903 die Bahnlinie Herrsching – München eröffnet wurde (unter anderen aufgrund des großen Engagements des Grafen Törring und von Ludwig Scheuermann)
Dritte Station des Rundgangs war der Bahnhof Herrsching: Geschützt vor Wind und Regen unter dem Dach der Paket-Abholstation gab es auch dort wieder interessante Fakten:

Ganz in der Nähe, am Ufer des Ammersees, befindet sich noch heute der Gebäudekomplex, in dem bis 1926 die „Keramischen Werkstätten“ – gegründet von Herrn Koebke – untergebracht waren. Heute beherbergt das teilweise in Gemeindebesitz befindliche Gebäude neben wenigen Mietwohnungen einen Kindergarten sowie das Familienzentrum.

Derzeit größte Arbeitgeber in Herrsching sind die Klinik Schindlbeck und die Firma Hamamatsu. Die Gemeinde profitiert von der Einkommensteuer der Bürgerinnen und Bürger; die Einnahmen seien laut Frau Dr. Hellerer höher als die Erlöse aus der Gewerbesteuer.

Letzte – Regen- und Windschutz spendende – Station des kleinen Rundgangs war unter den Arkaden des zu Schreinerei und Möbeldesign Darchinger gehörenden Gebäudes neben der Erlöserkirche. Auch hier präsentierte Frau Dr. Hellerer zahlreiche interessante Daten und Fakten über die evangelische Kirche und deren Architekt Roderich Fick. Sein Entwurf entstand in den Jahren 1954/55. Altar, Kanzel und Taufstein stammen aus der Werkstatt von Bernhard Bleeker. Der Herrschinger Gürtler Josef Erl hat die Beschläge der Türen, Handläufe und vieles mehr angefertigt.

Beendet wurde der sehr anregende Spaziergang im Hotel Restaurant Seehof, wo sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen beziehungsweise einem deftigen Imbiss stärken konnten.

Für Sie berichtete Herrschinger Spiegel.

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