„Wilde Gesellen“ gesucht

Kategorie: Aktuelles

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Ob Fünffingerkraut, Gundermann oder Mädesüß, Kriechender Günsel, Schöllkraut oder Stinkender Storchenschnabel: „Wildpflanzen sind kein ‚Unkraut‘, sondern Multitalente“, weiß Birgit Geurden, Seminarhaus-Leiterin beim Naturschutz- und Jugendzentrum in Wartaweil.

Fensterausstellung in Wartaweil und Webinar zeigen: Wildpflanzen sind kein „Unkraut“, sondern Multitalente!

Schon mal von „Ruderalpflanzen“ gehört? Noch nie? Dann aber schnellstens hin zum Naturschutz- und Jugendzentrum in Wartaweil. Dort zeigt der Bund Naturschutz noch bis 6. Juni 2021 in der Fenster-Ausstellung „Wilde Pflanzen vor der Tür“ die vielfältige Pracht dieser Gewächse und deren Nutzen. Auf zehn Schautafeln wird das Vorkommen und Wirken der Wildpflanzen anschaulich auch für nicht Botaniker erklärt. Zur Ausstellung findet am 11. Mai ein Umweltbildungs-Webinar rund um Wildkräuter und ihre wichtige Rolle für Mensch und Tier statt. Mit zunehmender Nutzbarmachung der Naturlandschaft verschwinden auch die Lebensräume für „Ruderalpflanzen“. Diese Wildpflanzen wachsen an vom Menschen geschaffenen, aber nicht genutzten Standorten, sogenannten Ruderalstellen (vom lateinischen „Rudus“ = Schutt, Mörtel). Straßen- und Wegränder, Mauern und Zäune, offene Böden, Schuttplätze oder Brachflächen bieten diesen besonders anpassungsfähigen Pflanzen ideale Bedingungen.

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Gut tut also, wer diese „wilden Gesellen“ in Dörfern und Städten einfach wachsen lässt, statt sie als Unkraut zu jäten. Denn Ruderalpflanzen sind mit ihrer Farbenpracht und Formenvielfalt Teil der Stadtnatur und tun Mensch und Tier gut. In Siedlungsgebieten binden sie Staub und schützen offene Böden vor Austrocknung und Erosion. Die trocken-warmen Ruderalflächen mit ihrer Pflanzenvielfalt sind zudem ein Paradies für insektenfressende Tierarten wie z.B. Spinnen, Fledermäuse, Spitzmäuse, Eidechsen oder viele Vögel. Beim Webinar am 11. Mai von 18 bis 20 Uhr werden Naturerlebnisspiele, Bastelaktionen, Literatur und vieles mehr vorgestellt. Eine Fundgrube für Multiplikatoren in der Umweltbildung, LehrerInnen, ErzieherInnen und Interessierte. Informationen und Anmeldung (möglich bis 11.5., 12 Uhr): www.bund-naturschutz.de/termine/webinar-wilde-pflanzen-vor-der-tuer

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

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