Das Duo La Vigna, bestehend aus Theresia und Christian Stahl, spielte keltische Lieder und barocke Sonaten auf Blockflöte und Theorbe im Kurparkschlösschen
Es war durchaus ein mutiger Schritt des Herrschinger Kulturvereins, in der bayerischen Sommerferienzeit zu einem klassischen Konzert einzuladen. Doch der Mut wurde belohnt: Zahlreiche Musikfreunde kamen am 12. August ins Kurparkschlösschen, um das Duo La Vigna zu erleben. Mit Theresia und Christian Stahl waren zwei Musiker an den Ammersee gekommen, die keltische Lieder und barocke Sonaten im Gepäck hatten – eine Musik, die ganz hervorragend in das Ambiente des Kaminsaals im Kurparkschlösschens passte. Auf dem Programm standen Werke von Francesco Geminiani und Francesco Barsanti, zwei italienischen Komponisten, die einen großen Teil ihres musikalischen Wirkens in London und Schottland verbrachten. Ergänzt wurde das Programm durch Stücke von Henry Purcell, Georg Friedrich Händel und Charles Dieupart. So entstand eine reizvolle Verbindung aus barocker Kunstmusik und den musikalischen Traditionen der britischen Inseln. Zur heiter und abwechslungsreich modulierenden Barockmusik passten auch die historischen Instrumente, die das Duo mitgebracht hatte. Christian Stahl spielte die Theorbe, ein aus der Familie der Lauten stammendes Instrument mit beeindruckend langem Hals und sonoren Basstönen. Das Instrument ist nicht nur optisch ungewöhnlich, sondern gilt auch als sehr anspruchsvoll beim Stimmen und in der Handhabung.
Theresia Stahl wiederum wechselte zwischen Blockflöten verschiedener Größen und zeigte dabei eindrucksvoll, wie farbenreich und wandlungsfähig diese Instrumente sein können. Ein besonderes Highlight des Abends war ihre musikalische Nachahmung verschiedenster Vogelstimmen. Täuschend echt ließ sie auf der Flöte Zwitschern, Rufen und Trillern erklingen – ein musikalischer Moment, der das Publikum sichtlich erfreute. Überhaupt war es die Leichtigkeit und Spielfreude des Duos, die den Abend prägte. Zwischen kunstvoller barocker Musik und keltisch inspirierten Melodien entstand eine heitere, beschwingte Atmosphäre. Dazu tauchte die tief stehende Sonne, die zu dieser Zeit einen Mondtransit erlebte, das Kurparkschlösschen und seine Umgebung in ein zauberhaftes, warmes und weiches Licht. So wurde aus dem Konzert in der Ferienzeit ein stimmungsvoller Sommerabend: mit feiner Musik von ungewöhnlichen historischen Instrumenten und einem Duo, das sein Publikum mit hörbarer Freude an der Musik für sich gewann.
Für Sie berichtete Herrschinger Spiegel.









