Gemeinderatssitzung vom 26.10.26

Kategorie: Gemeinderat

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++ Antrag Seniorenbeirat auf Schaffung eines öffentlichen Platzes im Gewerbegebiet ++ Antrag der CSU-Fraktion: Koordinierte Vergabe von Veranstaltungsflächen im Bereich des Seesportplatzes ++ Veranstaltungen 2027 ++ Umwelt und Natur: Antrag auf ein „kippenfreies“ Herrsching ++ Waldkindergarten Biene & Bär Breitbrunn ++ Bekanntgaben: Update zum bezahlbaren Wohnraum ++

Antrag Seniorenbeirat auf Schaffung eines öffentlichen Platzes im Gewerbegebiet
Eine „Oase“ im Gewerbegebiet, ein öffentlicher Platz mit einer Bank zum Ausruhen unter schattenspendenden Bäumen, daneben noch eine öffentliche Toilette – das wünscht sich der Seniorenbeirat in Herrsching. Die Vorsitzende Ute Stolle brachte das Anliegen im Gemeinderat vor, nachdem sie zuerst das Rathaus und die gute Zusammenarbeit dort lobte. „Es ist wie ein Mikrokosmos, da es hier alles gibt und ein sehr gutes Miteinander herrscht, vielen Dank dafür.“ Der Antrag geht aus einer Fragebogenaktion zu Bedürfnissen und Wünschen Herrschinger Senioren und des immer dringlicher werdenden Hitzeschutzes hervor. Demnach soll im Gewerbegebiet ein kostenpflichtiges, öffentliches WC ähnlich wie am Bahnhof errichtet werden. Außerdem sollen Bänke, die zum Teil von Bäumen beschattet werden, sowie ein Trinkwasserbrunnen und Abfallbehälter entstehen. Zudem ein Abstellplatz für Fahrräder, Rollatoren, Kinderwägen, behindertengerechte Parkplätze und Spielgeräte für kleine Kinder. „Ein Drittel aller Herrschinger sind über 65 Jahre alt, etwa 1000 Bürger sind hochbetagt“, führte Stolle aus. Damit seien mehrere Bedürfnisse für alle, die im Gewerbegebiet sind, umweltfreundlich abgedeckt. „Käufer, die eine Rast benötigen, Touristen, welche die Parkplätze nutzen, Mitarbeiter und Einzelhändler“. Die Investitionskosten würden zwischen 150.000 und 200.000 Euro liegen. Im Antrag wird auf die Amortisation ähnlich der Bahnhoftoilette sowie auf mögliche öffentliche Förderungen und private Spenden hingewiesen. Die Möglichkeit für einen öffentlichen Platz sieht Baumamtsleiter Oliver Gerweck auf dem Gemeindegrundstück nördlich vom Schuhhaus Treml.

Ratsmitglied Alexander Keim (FDP) gibt für das Toilettenhäuschen und dem Trinkwasserbrunnen seine volle Unterstützung. Statt dem Spielplatz würde er aber lieber schöne Sitzmöglichkeiten für die Senioren schaffen, aus Platzgründen. „Allerdings sollten wir vorher die Förderungen abfragen.“ Auch Thomas Bader(CSU) bittet die Verwaltung vor der Haushaltssitzung im Dezember die Fördermöglichkeiten „abzuklappern“.

Bänke leicht zu bekommen seien. Er würde bei seiner Firma anfragen, ob man Bäume schon dort pflanzen könne. Auch Hans-Hermann Weinen (SPD) unterstützt den Antrag, gab aber zu bedenken, dass im Haushalt dafür an anderer Stelle eingespart werden müsse. Karin Casaretto von den Grünen schlug vor, dass der Verein Pro-Natur eine Baum-Patenschaft ins Rollen bringen könnte. Was die Bänke angeht, gebe es doch eventuell eine Schreinerei, die das machen könnte. Ein Toilettenhäuschen wie am Bahnhof sei sehr teuer. „Besser wären Toiletten, die rundum begrünt sind. Die Anschlüsse für den Trinkwasserbrunnen soll man im Zuge des Baus der Toiletten gleich mitverlegen“, so ihr Vorschlag.

Einig war sich das Gremium beim Beschluss, der einstimmig für den Antrag des Seniorenbeirates ausfiel.

Koordinierte Vergabe von Veranstaltungsflächen im Bereich des Seesportplatzes
Auch in dieser Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit Veranstaltungen, die in Zukunft in Herrsching stattfinden sollen. Anlass dazu gab der Antrag der CSU- Fraktion mit dem Wortlaut: „Der Gemeinderat möge beschließen, für Veranstaltungen im Bereich des Seesportplatzes künftig ein gebündeltes und planbares Vergabeverfahren einzuführen. Die Gemeinde soll hierzu öffentlich zur Einreichung von Veranstaltungsideen und -konzepten aufrufen.“ Hierzu sollen Anträge und Veranstaltungskonzepte von Veranstaltern, Vereinen und Initiativen innerhalb gesetzlicher Fristen gesammelt und anschließend gemeinsam dem Gemeinderat zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden. Laut Antrag soll die Vergabe zukünftig zu festen Zeitpunkten im Jahr erfolgen, zum Beispiel eine Aufteilung in zwei Vergaberunden. Dominik Frommknecht vom Veranstaltungsmanagement der Gemeinde schlägt für das Veranstaltungsjahr 2028 vor, dass für die erste Jahreshälfte die Veranstaltungen in der Sitzung im Juli 2027 und für die zweite Jahreshälfte die Veranstaltungen in der Januarsitzung 2028 beschlossen werden, „so dass immer ein halbes Jahr Vorlaufzeit besteht“, begründete er. Das Ende der Einreichungsfristen für Veranstaltungen des jeweiligen Halbjahres könnte jeweils einen Monat vor Beginn des Sitzungsmonats sein in dem die Veranstaltungen beschlossen werden sollen. Zudem könnte die Aufforderung zum Einreichen von Veranstaltungsideen und -konzepten auf der Homepage veröffentlicht werden.

Einige Ratsmitgliedern ging der Antrag inhaltlich nicht weit genug. Gerd Mulert (Grüne) fände einen Festausschuss, der sich damit befasst, sinnvoll: „Man hat zu wenig Zeit, in die Tiefe zu gehen und die Qualität herauszuarbeiten“, sagte er. Auch Fraktionskollege Christoph Welsch ist der Meinung, dass es einen Festausschuss brauche, der die Koordination der Veranstaltungen in der Gemeinde übernimmt. Vor allem im Hinblick auf das Riesenrad, dass laut Beschluss vom 18. Juni bis 4. Juli 2027 am Seesportplatz seine Runden drehen darf. Unklar ist bislang, wie und welche Veranstaltungen zeitgleich beziehungsweise als Rahmen zum Riesenrad stattfinden. Karin Casaretto kann den Antrag der CSU zwar generell unterstützen, ihr fehle aber das inhaltliche Konzept. „Mir ist wichtig, dass eine Identität mit Herrsching zu erkennen ist, ähnlich wie beim Schlossgartenfest oder bei Feuer und Flamme.“ Dem Antrag wurde schließlich mit drei Gegenstimmen zugestimmt.

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Veranstaltungen 2027
Nachfolgend befasste sich das Gremium mit den Veranstaltungen für 2027: Welche werden stattfinden, welche nicht? Einstimmig fiel die Entscheidung für das Schlossgartenfest vom 30.07 bis 01.08. 2027 aus, ebenso für den Christkindlmarkt an der evangelischen Kirche am 11./12.12. 2027 – allerdings unter dem Vorbehalt der finanziellen Mittel. Uneinigkeit herrschte hingegen bei den anderen angefragten Veranstaltungen, darunter die bekannten vier Geja Märkte sowie zwei neue Events (Sun & Fun Tour und La Dolce Vita). Hannelore Doch findet, dass zwei der von Geja Events veranstalteten Märkte an der Strandpromenade zu viel seien. Sie würde zwei rausnehmen und dafür die zwei neuen Veranstaltungen stattfinden lassen. Wie geht man außerdem damit um, dass man zwei Wochen ein Riesenrad hat? Es sei schwierig, dieses Thema zu lösen, findet Gerd Mulert. „Wir können die neuen Veranstaltungen nicht einfach zum Riesenrad schieben.“ Ein Festausschuss könne dabei helfen, die Veranstaltungen zu koordinieren. Der Veranstalter der Geja Märkte, Gerd Jansohn, kam in der Sitzung zu Wort und zeigte sich offen dafür, dass man das Riesenrad eventuell mit dem Pfingstmarkt verbinden könne. Weiter wurde das Thema allerdings nicht verfolgt, denn ein Antrag zur Geschäftsordnung hatte zur Folge, dass die Prüfung dieser sechs Veranstaltungen vertagt wurde.

Umwelt und Natur: Antrag auf ein „Kippenfreies“ Herrsching
Deutschlandweit landen täglich geschätzte 115 bis 200 Millionen Zigarettenstummel in der Umwelt. Auch Herrsching ist stark davon betroffen. Mit diesen Worten beginnt der Antrag von Almut Albert, in dem sie Herrsching „Kippenfrei“ machen möchte. Zusammen mit Ela Bauer hat sie im Verein ProNatur den Arbeitskreis „Kippenfreies Herrsching“ gegründet. Mit der Kampagne möchte sie nicht nur den Ort von rumliegenden Zigarettenstummel befreien, sondern auch auf die Umweltbelastung durch diese Stummel hinweisen. Sie hofft auf die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Gastronomie und Vereinen. Für die Umsetzung des Konzepts sollen Flyer und Plakate über die Umweltbelastung informieren, T’Aschenbecher verteilt werden, Kippster zur Entsorgung der Stummel angebracht oder Aschenbecher in Form von Dosen vor allem am Seeufer aufgestellt werden. Bei allen Veranstaltungen im Freien sollte das Aufstellen von Aschenbechern zur Pflicht werden. Geplant ist, dass die Kampagne durch Spenden finanziert wird und der Arbeitseinsatz ehrenamtlich ist. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag einstimmig zu und war sich außerdem einig, dass die Antragstellerin kostenlos Plakate aufhängen darf.

Bekanntgaben: Update zum bezahlbaren Wohnraum
Beim Brand auf der Baustelle für 26 gemeindeeigene Wohnungen am Mitterweg am 30. September ist der Schaden wohl geringer als befürchtet, erklärte der Projektleiter Frank Jungbluth im Gemeinderat. Vorsichtige Schätzungen gehen von einer Schadenssumme in Höhe von bis zu 200.000 Euro aus. „Die Gemeinde ist versichert und bleibt nicht auf den Kosten sitzen“. Von den insgesamt zugesagten Fördermitteln in Höhe von rund 6,9 Millionen Euro sind bereits 2.265.000 ausbezahlt worden. Der Auftragsstand beläuft sich auf 11.639.700, der Zahlungsstand auf 6.881.500 Euro. „Es wird definitiv zu Verzögerungen kommen“, sagte Jungbluth. „Vermutlich verschiebt sich der Bauzeitenplan um einige Monate.“ Nach den Untersuchungen durch Gutachter und Brandforensiker sind die vom Brand betroffenen Gewerke (u.a. Fassadenbau, Fensterbau, Trockenbau, Dachdecker) einbestellt worden. Am 3. November findet zudem ein Austausch mit den Mietanwärtern statt, um abzuklären, ob durch die Verzögerung Rücktritte entstehen.

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Nächste Gemeinderatssitzung:
Mo., 16.11.2026, 19 Uhr
im Rathaus, Sitzungssaal

Für Sie berichtete Nicole Burk.

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