Pfarrer Simon Rapp segnete den Anhänger für die Ölsperren sowie das mobile Notstromaggregat und das geländegängige UTV. Ansprachen und Grußworte hielten der 1. Vorsitzende der Feuerwehr Herrsching Michael Polednik und der Kommandant Peter Saur (vorne v.l.n.r.) sowie Bürgermeister Christian Schiller, Kreisbrandinspektor Andreas Pain und Landrat Stefan Frey.
Erst im Einsatz, dann unter Gottes Segen
Es hätte kaum einen passenderen Beleg für die Notwendigkeit moderner Feuerwehrtechnik geben können: Nur rund 20 Minuten vor der Fahrzeug- und Gerätesegnung der Freiwilligen Feuerwehr Herrsching am Sonntag, 20. September, befand sich das zu segnende UTV (Utility Task Vehicle) noch mit seiner dreiköpfigen Besatzung bei einem Einsatz im Kiental. Während vor der St. Nikolaus Kirche bereits die neuen Einsatzmittel auf Hochglanz poliert und mit herbstlichen Blumenkränzen festlich geschmückt auf ihre Segnung warteten, war das UTV dort unterwegs, wo es gebraucht wurde.
Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst in der St. Nikolaus Kirche wurden um 12.30 Uhr das UTV, der neue Anhänger für die Ölsperren sowie das mobile 100-kVA-Notstromaggregat gesegnet. Zahlreiche Feuerwehrleute und ihre Familien, Vertreter der Gemeinde und des Landkreises sowie Abordnungen der befreundeten, umliegenden Feuerwehren aus Breitbrunn, Fischen am Ammersee, Seefeld-Oberalting und Hechendorf waren zu diesem besonderen Anlass zusammengekommen.
Braucht’s das? Definitiv ja!“
Bürgermeister Christian Schiller begann seine Ansprache mit einer Frage, die sich der eine oder andere angesichts der Anschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge bei klammen Gemeindekassen vielleicht schon gestellt haben mag: „Braucht’s das? Braucht es schon wieder ein neues Fahrzeug?“ Seine Antwort darauf war eindeutig: „Definitiv ja.“ Wie unmittelbar die Notwendigkeit des schon 2024 angeschafften UTVs ist, hatte sich ja bereits kurz zuvor gezeigt. Die Einsatzkräfte waren zu einem medizinischen Notfall ins Kiental gerufen worden. Ohne das geländegängige kleine Nutzfahrzeug hätten sie einen Großteil des schmalen, geschotterten Weges zu Fuß zurücklegen müssen. Das hätte nicht nur mehr Zeit, sondern auch zusätzliches Personal erfordert. Mit dem UTV konnte die dreiköpfige Besatzung dagegen schnell und direkt bis in den schwer zugänglichen Einsatzbereich gelangen. „Der UTV hat sich bewährt“, unterstrich Schiller. Das Fahrzeug ist insbesondere für das Kiental sowie für Wald- und Seewege hervorragend geeignet. Mit 200 Litern Löschwasser und einer Schleifkorbtrage ausgestattet, kann es sowohl bei Brandeinsätzen als auch zur Rettung und Versorgung von Personen eingesetzt werden. Seit seiner Anschaffung im Jahr 2024 war das UTV bereits 38-mal im Einsatz. Dass es ausgerechnet am Tag seiner Segnung unmittelbar zuvor noch zu einem Einsatz ausrücken musste, machte seinen praktischen Wert besonders eindrucksvoll sichtbar.
Dank an das Ehrenamt
Neben der technischen Ausstattung stand vor allem das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute im Mittelpunkt der Ansprachen. Bürgermeister Christian Schiller und Landrat Stefan Frey dankten den Einsatzkräften ausdrücklich für ihre Bereitschaft, sich freiwillig und unentgeltlich für die Sicherheit ihrer Mitmenschen einzusetzen. Landrat Frey hob in seiner Ansprache die Bedeutung des Ehrenamtes hervor und verwies zugleich auf die Unterstützung durch die Gemeinde. Eine leistungsfähige Feuerwehr und eine zeitgemäße Ausstattung seien wesentliche Voraussetzungen für die Sicherheit der Bevölkerung. Die Investitionen in Fahrzeuge und Geräte seien daher zugleich Investitionen in die Sicherheit der Gemeinde und des gesamten Landkreises. Weitere Ansprachen hielten der 1. Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Herrsching, Michael Polednik, der 1. Kommandant Peter Saur sowie Kreisbrandinspektor Andreas Pain. Sie würdigten ebenfalls den Einsatz der ehrenamtlichen Feuerwehrleute und die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Gemeinde und Landkreis. Ihre Ausführungen endeten jeweils mit dem traditionellen Wahlspruch der Feuerwehren: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“
Segen für Mensch und Technik
Pfarrer Rapp nahm anschließend die Segnung der neuen Einsatzmittel vor. Er bat um Gottes Schutz für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen, für die Arbeit mit den neuen Fahrzeugen und Geräten sowie für das Allgemeinwohl der Gemeinde. Damit standen bei der Segnung nicht allein die technischen Geräte im Mittelpunkt. Der Segen galt vor allem den Menschen, die mit diesen Geräten arbeiten und sich bei ihren Einsätzen nicht selten selbst in Gefahr bringen. Moderne Technik kann die Arbeit der Feuerwehr erleichtern und beschleunigen – ihren eigentlichen Wert erhält sie jedoch erst durch die Menschen, die sie bedienen und im entscheidenden Moment zur Stelle sind.
Stromversorgung für Notfälle und Veranstaltungen
Ebenfalls 2024 angeschafft wurde das mobile 100-kVA-Notstromaggregat. Es liefert rund 80 kW elektrische Leistung und kann bei größeren Stromausfällen oder anderen Notlagen die notwendige Versorgung sicherstellen. Sein Einsatzgebiet reicht jedoch über reine Notsituationen hinaus. Auch bei Veranstaltungen in der Gemeinde kann das Aggregat eingesetzt werden. So kommt es beispielsweise beim Herrschinger Weihnachtsmarkt zum Einsatz. Die aufwendige und kostenintensive Verlegung provisorischer Stromleitungen kann dadurch vermieden werden. Die Investition dient somit sowohl dem Bevölkerungsschutz als auch der praktischen Unterstützung des Gemeindelebens.
Ölsperren für den Einsatz im gesamten Landkreis
Eine überörtliche Bedeutung hat der neue Ölsperren-Anhänger des Landkreises, der in Herrsching stationiert ist. Die Ausrüstung kommt bei Schadensfällen auf Seen und Gewässern im gesamten Landkreis zum Einsatz. Damit übernimmt die Herrschinger Feuerwehr auch über die Gemeindegrenzen hinaus eine wichtige Aufgabe im Umwelt- und Gewässerschutz. Im Falle eines Ölunfalls können die benötigten Ölsperren schnell zum Einsatzort gebracht und auf den Gewässern ausgebracht werden. Die festliche Segnung machte sichtbar, was moderne Feuerwehrarbeit auszeichnet: leistungsfähige Technik, verlässliche Zusammenarbeit und vor allem Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die Abordnungen der Feuerwehren aus Breitbrunn, Fischen am Ammersee, Seefeld-Oberalting und Hechendorf standen dabei zugleich für die gute Zusammenarbeit der Feuerwehren in der Region. Und während die neuen Geräte nun ihren offiziellen kirchlichen Segen erhielten, hatte das UTV seinen praktischen Nutzen bereits wieder unter Beweis gestellt. Es war vom Einsatz im Kiental zurückgekehrt und stand schließlich doch noch in der festlichen Reihe vor der St. Nikolaus Kirche. „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“ – der Wahlspruch der Feuerwehren fasste damit den besonderen Anlass treffend zusammen: Technik für den Einsatz, Unterstützung für die Ehrenamtlichen und Sicherheit für die Gemeinschaft.
Für Sie berichtete Catharina Geiselhart.











