Pfarrerin mit Leidenschaft und Kompetenz: Katrin Hussmann kehrt Herrsching den Rücken

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Bewegende Predigten, die einem im Gedächtnis bleiben, und „auf das Gespräch basierende Beziehungen“: Katrin Hussmann bei ihrer letzten Predigt in der Herrschinger Erlöserkirche. Im Hintergrund ihre Kollegen Ulrich Haberl und Susanne Parche.

Ein Abschied, der ihr entsprach: keine Tränen, dafür Lachen, ein Gotteslob im Dreiviertel-Takt und am Ende sogar ein Tänzchen mit dem Pfarrteam vor dem Altar! Bei einem beschwingten Gottesdienst in der Erlöserkirche in Herrsching wurde Katrin Hussmann am 13. Februar von ihrem Amt als Pfarrerin entbunden. Über eineinhalb Jahrzehnte prägte sie als Seelsorgerin, in Gottesdiensten, bei Taufen und Bestattungen das Leben der evangelischen Drei-Seen-Gemeinde. Nicht nur Kirchgänger werden die lebendigen Predigten der 1,87 Meter großen Fränkin, deren Markenzeichen eine bunte Stola ist, vermissen. Ihre klare Stimme, ihr offenes Ohr und ihre hohe Präsenz werden auch vielen Bewohnern in den Alten- und Pflegeheimen und den Patienten in den Kliniken in und um Herrsching fehlen.

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„Mir fehlt gerade der Durchblick, wie öfter in den letzten Tagen“, schickte Hussmann ihren Dankesworten voraus. Damit meinte sie ihre wegen der Maske beschlagenen Brillengläser und die Situation am neuen Arbeitsplatz. Denn seit Anfang Februar leitet sie in ihrer neuen Position als Kirchenrätin bei der Evangelischen Landeskirche den Bereich ‚Schule und Bildung‘. „Die Seelsorge, das ist mein Baby! Aber nach 33 Jahren reizt mich jetzt der andere Blick auf unsere Kirche“, begründet Hussmann ihren Wechsel von der Basis in die Verwaltung. Denn in Herrsching war sie über all die Jahre immer nur drei Tage in der Woche tätig. Ihr zweites Standbein hatte sie im Dekanat Fürstenfeldbruck, wo sie den evangelischen Religionsunterricht verantwortete. Gute Voraussetzungen für die neue Aufgabe: Künftig setzt sich die 59-Jährige für die Interessen des kirchlichen Personals in den Schulen in ganz Bayern ein.

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„Ungern, ausgesprochen ungern entlasse ich dich heute aus deinem Dienst“, hob Dekan Markus Ambrosy zur offiziellen Verabschiedung an. Und sprach damit vielen Anwesenden aus der Seele. „Auf dich konnte man sich verlassen, deine Offenheit ist eine besondere Form der Loyalität“, so ihr ehemaliger Vorgesetzter. Alle, die mit ihr arbeiteten, schätzten ihre „große Leidenschaft und hohe Kompetenz“. Eine Lücke hinterlässt Katrin Hussmann auch in der ökumenischen Zusammenarbeit mit dem katholischen Kollegen Simon Rapp. „Wenn ich mit Dir Gottesdienst hielt, musste ich stets überlegen, wie ich mich ankleide. Meine Regenbogen-Stola passte immer“, schmunzelte er. Als Erinnerungsgeschenk gab’s deshalb eine ebensolche regenbogenfarbene Stola – „handgewebt und in Überlänge“. Zu den Grußworten im Anschluss an den Gottesdienst gehörten auch ein Ständchen, das die Katechetinnen und Religionspädagoginnen aus Fürstenfeldbruck sangen sowie ein launiges Musikspiel der Kolleginnen und Kollegen vom Herrschinger Kirchenteam, das man mit „Szenen aus der Pfarrei“ überschreiben könnte.

„Schaut auf die anderen Menschen! So kann Frieden in der Welt sein und für die Menschen, die unser Leben teilen“, wünschte sie sich zum Abschied und dankte allen Wegbegleitern für ein „unterstützendes Miteinander“. Besonders berührt habe sie die Begegnung mit den Flüchtlingen, für die sie sich engagiert einsetzte: „Diese Menschen zu taufen, das hat in mir eine neue Welt eröffnet.“ Auch hier wird man sie vermissen!

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

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