Der Klassenkonflikt des Shakespeares Stücks kam auch in der modernen Version zum Tragen.
Ein Stück Weltliteratur auf modern getrimmt
Die Herrschinger Realschule begeistert regelmäßig mit tollen Konzerten und ausdrucksstarken Aufführungen. So auch im Juni, als die Theater-AG Shakespeares „Romeo und Julia“ von Hansjörg Haaser vor rund 250 Zuschauern auf die Bühne der neuen Turnhalle brachte. 27 Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 10 spielten eine moderne Version von Shakespeares Weltstück. Die Darsteller agierten energiegeladen, leidenschaftlich und laut, wodurch sie der Aufführung einen jugendlichen Anstrich gaben. Sehr zur Freude von Theaterleiterin Birgit Gandorfer, die sich noch an die Generalprobe am Vorabend erinnerte und diese als „volles Chaos“ beschrieb, weil einige Texte immer noch nicht saßen. „Jetzt ist daraus ein wirklich klasse Stück geworden“.
„Romeo und Julia heute“
Nach Kriminal- und Fantasy- Aufführungen in den letzten Jahren, entschied sich Birgit Gandorfer heuer für einen bekannten Klassiker. Das Besondere daran: Bei der modernen Inszenierung wurde immer wieder zwischen aktueller Jugendsprache und originalen Zitaten hin und her gewechselt. Sätze wie „Mit diesen Hartz4- Asozialen wollen wir nichts zu tun haben“ prägten die Sprache des Stücks.
Gandorfer ist vom großen Engagement ihrer Theaterschüler begeistert: „Seit Dezember haben wir jeden Mittwochnachmittag für eineinhalb Stunden geprobt“. Im Mai ging es dann für drei Tage in die Landesakademie in Ochsenhausen – ein ehemaliges Kloster, das die Theater AG für ein Probenwochenende nutzen durfte.
Auch in der modernen Fassung stellt das literarisch schönste Liebesdrama den Klassenkonflikt in den Mittelpunkt: Die vornehmen, eingebildeten „Lords“ sind mit den verarmten, einfachen „Beggars“ verfeindet. Kein Tag vergeht, an dem die Feindschaft nicht dominiert und der Hass zum Streit führt. Julia, gespielt von der 15-jährigen Hannah Laumann, gehört zu den „Lords“. Auf einer Party der Oberschicht lernt sie Romeo (Simon, Knopp, 9. Klasse) kennen, der den „Beggars“ angehört. Zur Eskalation kommt es, als Tybalt, Julias Cousin, die „Beggars“ vertreibt. Trotz aller Widerstände verlieben sich Romeo und Julia. Als Tybalt einen „Bagger“ tötet nimmt Romeo Rache, was zu seiner Verbannung aus Verona führt.
Romeo muss aus der Stadt fliehen und Julia wird gezwungen, einen Fremden zu heiraten. Mithilfe eines Schlafmittels täuscht sie ihren Tod vor und die Tragödie nimmt ihren Lauf: Romeo vergiftet sich und Julia folgt ihm nach. Aber der Tod der beiden Liebenden bleibt nicht ohne Wirkung: Am Ende sehen die zerstrittenen Jugendlichen ihr falsches Verhalten ein und reichen sich im Angesicht der Katastrophe die Hand zur Versöhnung. Die Begeisterung des Publikums war riesig. Minutenlanger Applaus zollte der schauspielerischen Leistung der jungen Leute Respekt. Zum Abschluss wurde ein „Making-of -Video aus der Probenzeit eingespielt – es zeigte nicht nur den großen Zusammenhalt hinter den Kulissen, sondern bezeugte auch die große Spielfreude der Theatergruppe.
Bildunterschrift.
Für Sie berichtete Nicole Burk.