Eine Frage zur Thema Corona-Schutzimpfung?

Kategorie: Veranstaltungen

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Ausführlich, fachbezogen und unaufgeregt ging Prof. Dr. Jörg Schelling auf die vielen Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung ein, die pandemiebedingt als virtuelles Meeting stattfand

Informationen und kompetente Erläuterungen auf dem 2. Virtuellen Bürgerstammtisch der CSU Herrsching

Wer kannte vor einem Jahr das Kürzel mRNA? Hatte je von Vektor-Impfungen gehört und sich mit Gen-Scheren auseinandergesetzt? Und ja, auch der Berufszweig des Virologen wurde auf eine ganz neue Art entdeckt. Schuld daran: ein Virus, das uns seit mittlerweile einem Jahr das Leben durcheinanderwürfelt. Das uns einschränkt und für die Wirtschaft massive Probleme mit sich bringt. Aber das vor allem eine Bedrohung ist für unsere Gesundheit. Kann hier die Impfung alles wieder ins Lot bringen? Viel Hoffnung, aber auch viele Zweifel begleiten die so unglaublich schnell durchgeführte Entwicklung des Vakzins. Entscheidende Fragen blieben bislang offen und genau hier wollte die CSU in Herrsching ansetzen: Im Rahmen ihrer Bürgerstammtische hatte die Vorsitzende Fromuth Heene den Facharzt für Allgemeinmedizin und Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen, Prof. Dr. Jörg Schelling, eingeladen. Corona-geschuldet auf virtueller Plattform, aber gleichsam sehr aufschlussreich.

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Es war nunmehr der 2. Bürgerstammtisch der CSU, der nicht in geselliger Runde stattfand, sondern zuhause vor den jeweiligen Bildschirmen. Ob mit Mikro oder als stiller Zuhörer, ob per Kamera sichtbar oder für sich: dank Zoom ist das alles (fast!) problemlos möglich. Alleine Prof. Dr. Jörg Schelling war ständig zu sehen und ging während dieser Zeit kenntnisreich und informativ auf die gestellten Fragen ein. Erklärte sehr verständlich und machte aber auch von Beginn an klar: seine Ausführungen stützen sich auf den Stand heute. Einiges von dem, was er erzähle, könne in der Folgewoche bereits wieder überholt sein. Zum einen sei dieses Virus sehr anpassungsfähig, was die zuletzt in Erscheinung getretenen Mutationen gezeigt hätten. Zudem kämen in einer Pandemie so viele Störfaktoren hinzu, Unwägbarkeiten und Unbekannte. Man bewege sich hier in einer großen Blackbox mit viel Unschärfe und Prognosen und das mache es für die Politik auch so schwer, klare Handlungsempfehlungen herauszulesen. Für Prof. Schelling ist eine Durchimpfung von 60 bis 70% der Bevölkerung aktuell der beste Ausweg aus dieser Situation. Nur dann bestehe die Hoffnung, dass Covid-19 vielleicht schon im nächsten Winter wie die normale Grippe gehandhabt werden kann. Denn ganz verschwinden wird dieser Virus nicht mehr aus unserem Leben.

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Der Allgemeinarzt beschränkte sich auf eine knapp gehaltene Einleitung zu dem Thema, um den Fragen der Teilnehmer mehr Raum geben zu können. Eine Einladung, die im Folgenden sehr aktiv genutzt wurde. So betonte Prof. Schelling, dass die mRNA-Impfung bereits seit 12 Jahren erforscht wird. Ein großer Durchbruch bestand jetzt darin, diese Baupläne für eine geeignete Immunantwort des Körpers geschickt zu verpacken, so dass die Applikation möglich wurde. Ob letztendlich die mRNA- Impfungen oder eine vektorbasierte Herstellungen wirksamer ist, müsse sich zeigen. Von einer ausreichenden Prüfung der Vakzine geht er aus – und betont, dass diese in den kommenden Jahren immer wieder neu angepasst werden müsse. Ganz ähnlich wie die Grippeimpfung und bei der mRNA-Impfung sehr gut machbar. Kommt eine Impfpflicht? Davon geht der Arzt nicht aus. Deutschland sei in dieser Regelung europaweit am unteren Ende anzutreffen, während das in den Nachbarländern, wie z.B. Italien, gängige Praxis ist.

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Nach Stand der Erkenntnisse würde er die Impfung auf jeden Fall empfehlen, auch Betroffenen, die bereits eine Covid-19-Erkrankung hinter sich hätten. Noch gäbe es zu wenig verlässliche Daten, wie lange der Schutz nach einer Infektion ausreichend ist. Die Frage nach Medikamenten zur Behandlung von Corona musste Prof. Schelling verneinen. In der ambulanten Praxis, wo sechs von sieben Patienten behandelt würden, sei noch kein probates Mittel auf dem Markt. Es würde jedoch in dieser Richtung sehr intensiv geforscht. Landrat Stefan Frey, der ebenfalls an dem Meeting teilgenommen hatte, und Fromuth Heene dankten am Ende der regen Fragestunde für die fachlichen und unaufgeregt präsentierten Ausführungen des Impfspezialisten. Eine Aufklärung, die viele Fragen beantworten konnten und bei so manchem Teilnehmer des virtuellen Meetings vielleicht ein wenig Skepsis nehmen konnte.

Für Sie berichtete Barbara Geiling.

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